Hohe Forderung: Schweizer Lehrer wollen 20 Prozent mehr Lohn
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Hohe ForderungSchweizer Lehrer wollen 20 Prozent mehr Lohn

Lehrer sollen künftig deutlich mehr verdienen: Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer fordert einen Lohnsprung um 20 Prozent. Nur so lasse sich der Lehrermangel beseitigen.

von
lüs
Der Lehrermangel lasse sich nur verhindern, wenn die Löhne  massiv steigen würden, findet der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.

Der Lehrermangel lasse sich nur verhindern, wenn die Löhne massiv steigen würden, findet der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.

Bei den Lehrerlöhnen herrscht ein «gewaltiger Nachholbedarf». Dieser Meinung ist der Schweizer Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH). Denn Lehrer hätten ein 10 bis 85 Prozent tieferes Salär als Personen, die in anforderungsgleichen Berufen in der Privatwirtschaft und in der Verwaltung arbeiten würden.

Um dies zu korrigieren, sollten die Lehrerlöhne innerhalb der nächsten fünf Jahre um 20 Prozent angehoben werden, fordert der LCH. Gerade weil die Ausbildung zur Lehrperson länger geworden sei und die Anforderungen gestiegen seien, sei die Lohnentwicklung in den letzten Jahren ungenügend geblieben. Gemäss dem Lohnindex stiegen die Jahres-Nominallöhne im Unterrichtswesen von knapp 100'000 Franken im Jahr 1993 auf rund 120'000 Franken im Jahr 2010.

In den «ungenügenden Anstellungsbedingungen» sieht der LCH den Grund für den Lehrermangel. Ein solcher zeichne sich auch für das kommende Schuljahr wieder ab: Gemäss einer Umfrage des Deutschschweizer Schulleiterverbands sind in 90 Prozent aller Schulen Stellen zu besetzen. Jeder vierte Schulleiter gab bei der Umfrage an, die Aussichten, alle Stellen zu besetzen, seien schlechter geworden.

Neuer «Babyboom» ohne Lehrer aus der ersten «Babyboom-Generation»

Seit 2005 habe die Geburtenzahl in der Schweiz stetig zugenommen, insgesamt um fast zwölf Prozent. In den unteren Klassen der Primarschulen sei der neue «Babyboom» bereits angekommen, schreibt der Lehrerverband.

Aber Lehrpersonen aus der ersten Babyboom-Generation würden dieser neuen Generation nicht mehr zur Verfügung stehen. In den nächsten Jahren kämen sie nämlich ins Pensionsalter. Im Vergleich zu 2012 würden 2017 laut BFS auf der Primarstufe 17 Prozent und auf der Sekundarstufe I 5,5 Prozent mehr Lehrpersonen pensioniert.

Zu wenig Männer in den Klassenzimmern

Dies sei umso beunruhigender, als bis 2021 rund 50'000 Kinder mehr an den obligatorischen Schulen erwartet würden, was sieben Prozent mehr seien als heute. «Hätten wir ebensoviele Lehrer wie Lehrerinnen, dann gäbe es keinen Mangel an Lehrpersonen», schreibt der LCH.

Seit einigen Jahren sei aber zu beobachten, dass junge Männer kaum mehr den Lehrberuf ergreifen würden. Laut BFS werden 2020 an der Primarschule 85 Prozent und an der Oberstufe 59 Prozent Frauen unterrichten.

(lüs/sda)

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