Mobile-Check-in? Nein danke!: Schweizer lieben ihre Papier-Bordkarte

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Mobile-Check-in? Nein danke!Schweizer lieben ihre Papier-Bordkarte

Das Buchungsverhalten der Schweizer beim Reisen hat sich drastisch verändert. Eine Studie zeigt aber: Gewisse alte Gewohnheiten kann man nur schwer ablegen.

von
kwo
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Viele Schweizer sind nicht bereit, auf die Papierversion der Boarding Card  zu verzichten.

Viele Schweizer sind nicht bereit, auf die Papierversion der Boarding Card zu verzichten.

Keystone/Christian Beutler
Zwar führen nur noch 23 Prozent der Passagiere ihren Check-in erst am Flughafen durch - vor zehn Jahren waren es noch 66 Prozent gewesen.

Zwar führen nur noch 23 Prozent der Passagiere ihren Check-in erst am Flughafen durch - vor zehn Jahren waren es noch 66 Prozent gewesen.

Keystone/Gaetan Bally
Mobile-Check-in oder digitale Boarding-Pässe nutzen allerdings bisher erst 15 Prozent aller Schweizer Reisenden. 51 Prozent checken vorab zu Hause ein und drucken die Karte aus. Am Flughafen geben sie dann nur noch das Gepäck ab.

Mobile-Check-in oder digitale Boarding-Pässe nutzen allerdings bisher erst 15 Prozent aller Schweizer Reisenden. 51 Prozent checken vorab zu Hause ein und drucken die Karte aus. Am Flughafen geben sie dann nur noch das Gepäck ab.

Keystone/Christian Beutler

Internet, Smartphones, Tablets: Dank der neuen technischen Möglichkeiten hat sich das Buchungs- und Reiseverhalten der Schweizer in den letzten zehn Jahren drastisch verändert. Sowohl um sich für das nächste Reiseziel inspirieren zu lassen als auch um Ferienerlebnisse zu teilen, sind sie meist online – allerdings nicht immer mobil: Bei der Wahl zwischen Smartphone und Computer entscheidet sich die Mehrheit für die Desktop-Variante, wie eine Studie der Reisesuchmaschine Kayak.ch zeigt.

Das wirkt sich auch auf die Bordkarte aus. Viele Schweizer sind nicht bereit, auf eine gedruckte Papierversion zu verzichten. Zwar führen nur noch 23 Prozent der Passagiere ihren Check-in erst am Flughafen durch – vor zehn Jahren waren es noch 66 Prozent. Mobile-Check-in oder digitale Boarding-Pässe nutzen bisher allerdings erst 15 Prozent aller Schweizer Reisenden. 51 Prozent checken vorab zu Hause ein und drucken die Bordingkarte aus.

Am beliebtesten sind mobile Boarding-Pässe bei jungen, berufstätigen Personen: Hier setzen 25 Prozent ihre Bordkarte über das Mobilgerät ein.

Freunde fragen

In der Studie gab ein Grossteil der Befragten vor zehn Jahren ausserdem an, dass sie sich am liebsten in einem klassischen Reisebüro beraten liessen (35 Prozent) oder in Reiseführern stöberten (33 Prozent). Heutzutage suchen lediglich 20 Prozent der Befragten eine Beratung in Reisebüros – etwa gleich viele wie auf Social Media nach Inspiration suchen (19 Prozent). Fast die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen (48 Prozent) nutzen für Ferieninspirationen auch soziale Netzwerke, 22 Prozent davon am liebsten per Smartphone.

Heute wie auch vor zehn Jahren steht jedoch der Rat von Familie und Freunden an erster Stelle: Die Hälfte aller Befragten (50 Prozent) holt sich Ideen für die nächsten Ferien bei ihren Verwandten und Bekannten. Vor allem die 18- bis 24-Jährigen legen hohen Wert auf Inspiration aus ihrem Umfeld (61 Prozent). Social Media folgen an zweiter Stelle (48 Prozent) der Inspirationsquellen.

Gebucht wird am Desktop

Wenn sie sich einmal für eine Destination entschieden haben, nehmen die Reisenden ihre Buchung heute am liebsten selbst in die Hand und erledigen sie online (77 Prozent). Auch Reisesuchmaschinen haben dabei an Bedeutung gewonnen. Sie dienen den Kunden dazu, Preise zu vergleichen und das passende Angebot zu finden. Während 2006 nur 5 Prozent der Schweizer ihre Reise so gesucht und gebucht haben, sind es heute mit 24 Prozent fast fünfmal so viele.

Zwar zeigt sich dabei eine klare Verschiebung in Richtung online, jedoch wird mobil noch wenig gebucht: 85 Prozent der Schweizer nehmen die Online-Reisebuchung über den Computer vor, während lediglich 10 Prozent auf ein Tablet oder Smartphone zurückgreifen. Bei den Befragten unter 35 Jahren ist es mit 25 Prozent bereits jeder Vierte.

Über die Studie

Die Daten des Mobile Travel Reports basieren auf einer repräsentativen OpinionWay-Umfrage, die im Auftrag von Kayak.ch zwischen dem 1. und 13. April 2016 mit insgesamt 1000 Probanden in der Schweiz durchgeführt wurde. Die Schweizer Grundgesamtheit wurde mithilfe einer repräsentativen Quotenstichprobe abgebildet.

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