Schweizer im Wahlfieber: «Schweizer lieben Obama» - «Aber Romney ist besser»
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Schweizer im Wahlfieber«Schweizer lieben Obama» - «Aber Romney ist besser»

Nicht nur in den USA, auch in der Schweiz wird um Stimmen der Amerikaner gekämpft. Die Präsidenten der Zürcher Ableger der Republikaner und Demokraten im Duell.

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S. Marty/R. Moresi

Sagen wir die Wahl findet in der Schweiz statt - wer hätte hier die besseren Chancen?

Rousseau: Definitiv Obama. Wir haben mehr Anhänger als die Republikaner und dies nicht nur bei den Expats. Auch die Schweizer lieben Obama.

Nedlin: Mitt Romney ist die beste Wahl, das wissen die Schweizer. Als Mann der Wirtschaft kann er Amerika den Wandel bringen, den das Land nach Obamas desaströser Führung so dringend braucht.

Obama hat viel versprochen, aber wenig erreicht. Frau Rousseau, warum soll er trotzdem gewählt werden?

Rousseau: Obama musste ein schweres Erbe antreten. Obwohl wir in einer Depression stecken, konnte er etwa bei der Arbeitslosenquote oder der Immobilienkrise Verbesserungen erzielen. Anderen Präsidenten - wie etwa Bush - haben die Amerikaner 8 Jahre Zeit gegeben, um sich zu beweisen. Dies sollte man auch Obama zugestehen.

Nedlin: Vier Jahre sind eine lange Zeit. Als Ronald Reagan Präsident wurde, war die wirtschaftliche Situation des Landes einiges schlechter. Trotzdem schaffte es Reagan, die Arbeitslosenquote zu halbieren und der Wirtschaft zu deutlichem Wachstum zu verhelfen. Obamas Politik hat versagt. Kein einziger neuer Job wurde geschaffen, hingegen hat sich die Staatsverschuldung verdoppelt.

Herr Nedlin, Romney wird oft angekreidet, dass ihm Obamas Charisma fehlt.

Nedlin:Obama war vielleicht charismatisch, als er 2008 gewählt wurde. Mittlerweile sehen wir einen wütenden, verbitterten Obama. Weil er keine Erfolge vorweisen kann, konzentriert er sich darauf, Romney schlechtzumachen.

Rousseau: Romney ist ein eiskalter Geschäftsmann. Statt Jobs zu schaffen, denkt er nur an Profit. Zudem ist er ein «Flip-Flopper», der an Glaubwürdigkeit verliert. Zuerst sagte er, er sei streng konservativ, und nun versucht er sich in der Mitte zu etablieren. Dabei ist er nur an der «Upper Class» interessiert, bestimmt nicht am Mittelstand.

Bei den TV-Duellen konnte Romney aber klar punkten - Obama kam nicht in Fahrt.

Rousseau: In der ersten TV-Debatte hat Romney nur auf Angriff gespielt und mit Lügen um sich geworfen. Obama wurde überrumpelt. Später hat er dann gezeigt, dass er ebenfalls angriffig sein kann. Doch fest steht: Barack Obama ist ein ruhiger und zurückhaltender Mensch - eigentlich wie ein Schweizer. Er wird nicht laut oder schreit rum. Er ist keiner wie Romney, der Ritalin braucht wegen ADHS.

Nedlin: Obama kann durchaus laut werden, etwa wenn er sich über Mitt Romney auslässt. Sein Wahlkampf-Team investierte 300 Millionen Dollar, um Romney schlechtzumachen und absurde Lügen über ihn zu verbreiten. Das ist die Strategie der Demokraten. Dabei haben die TV-Debatten gezeigt: Obama hat keinen Plan und keine Vision.

Allgemeines Lob erhielt er jedoch, als der Hurrikan Sandy eben die USA erschütterte: Obama sagte sofort alle Wahlkampfveranstaltungen ab.

Rousseau: In solch einem Moment darf man nicht mehr an seinen Wahlkampf denken. Obama hat vorbildlich reagiert und sich nicht als Kandidat, sondern als Präsident gezeigt.

Nedlin: Auch Mitt Romney hat den Wahlkampf vorübergehend auf Eis gelegt, um Opfer des Sturms zu unterstützen.

Hand aufs Herz: Wer wird am Morgen des 7. Novembers als Präsident die Bühne betreten?

Rousseau: Wenn die Wohllokale an der Nordost-Küste nach der Verwüstung rechtzeitig wieder auf die Beine gestellt werden können, dann wird Obama klar gewinnen.

Nedlin: Obamas Problem ist nicht der Hurrikan. Wenn er verliert, dann nicht wegen «Sandy», sondern weil er einen schlechten Job gemacht hat. Ich bin überzeugt, dass Romney gewählt wird - und zwar nicht so knapp, wie einige Umfragen vorhersagen.

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