Aktualisiert 20.10.2011 23:06

NavigationssystemSchweizer liefern Kern für Galileo

Die europäische Navigationssystem-Alternative Galileo soll nun endlich das GPS herausfordern. Am Freitag sollen die ersten Satelliten ins All geschossen werden.

von
Hans Peter Arnold
Spectra Time entwickelt für die ESA die Atomuhr. (Foto: ESA/P. Carril)

Spectra Time entwickelt für die ESA die Atomuhr. (Foto: ESA/P. Carril)

Das Satelliten-Navigationssystem Galileo als Konkurrent zum US-System Global Positioning System (GPS) wird extrem präzise arbeiten. Es kann dereinst Positionen bis auf zehn Zentimeter genau erkennen. Heute soll eine russische Sojus-Rakete die ersten zwei Satelliten im Weltall, in 23 222 Kilometer Höhe über der Erde, platzieren. Damit ist Galileo für die ersten Dienste startbereit.

Bis Ende 2014 sollen 18 der insgesamt 30 Satelliten im All sein. Geplant ist ein kostenloser offener Dienst ähnlich wie jener von GPS. Eine höhere Präzision verspricht ein kostenpflichtiger und verschlüsselter Dienst. Schliesslich ist auch ein Service für sicherheitskritische Anwendungen zum Beispiel im Luft- und Schienenverkehr sowie im Rettungsdienst geplant.

Eine Schweizer Unternehmung hat das Herzstück geliefert: Spectra Time aus Neuenburg hatte von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) den Auftrag erhalten, die Atomuhr zu entwickeln. Innerhalb von drei Millionen Jahren sollen diese Zeitmesser nicht mehr als eine Sekunde vor- oder nachgehen. «Wir sind die einzige Firma in Europa, die weltraumtaugliche Atomuhren herstellt», erklärt Jean-Yves Courtois von Spectra Time. Galileo soll sich mit GPS und dem russischen Navi-System Glonass verstehen. Trotz der konkreten Schritte – Skepsis ist angebracht: Galileo steht für Pleiten, Pech und Pannen sowie eine Milliarden-Budgetüberschreitung.

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