Schweizer Luftwaffe trainert wegen Lärm in Grossbritannen

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ArmeeSchweizer Luftwaffe trainiert in England – wegen Nachtlärm

Bis zu zehn F/A-18 Kampfjets der Schweizer Luftwaffe trainieren momentan in Nordengland Nacht- und Tiefflüge. Beteiligt sind über 50 Piloten und 120 Angehörige des Bodenpersonals. 

von
Jan Derrer

Wegen begrenzter Trainingsmöglichkeiten muss die Schweizer Luftwaffe nach Grossbritannien ausweichen.

Video: 20min/dsc

 Darum gehts

  • Die Trainingsmöglichkeiten der Schweizer Luftwaffe sind in der Schweiz begrenzt.

  • Vor allem die dichte Besiedlung und der zivile Luftverkehr führen zu Einschränkungen.

  • Dank eines Vertrags kann die Schweiz ihre Militärpiloten in Grossbritannien trainieren.

Noch bis Anfang Dezember 2022 trainieren Angehörige der Schweizer Luftwaffe mit bis zu zehn F/A-18 Kampfjets in Leeming (GB). Das Training in Nordengland ist zentraler Bestandteil des Nacht- und Tiefflugtrainings der Luftwaffe. Dabei absolviert die Luftwaffe etwa die Hälfte ihrer jährlichen Nacht- und Tiefflugtrainings auf ihren Kampfflugzeugen.

In Grossbritannien trainieren die Schweizer F/A-18-Piloten die Grundlagen des Luftpolizeidienstes bei Nacht. Und sie überprüfen und vertiefen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Luftverteidigung bei Dunkelheit. Insgesamt nehmen rund 55 Piloten und 120 Angehörige des Bodenpersonals an den Trainings teil.

Trainings in der Schweiz nur beschränkt möglich

Die Luftwaffe kann in der Schweiz ihr Nacht- und Tiefflugtraining nicht vollumfänglich durchführen. Grund dafür sind die kleinen und knapp verfügbaren Trainingsräume. Auch Höhen- und Geschwindigkeitslimiten sowie eingeschränkte Flugbetriebszeiten begrenzen die Trainingsmöglichkeiten.

Weitere Einschränkungen entstehen durch den dichten zivilen Luftverkehr über der Schweiz sowie die hohe Besiedelungsdichte. Aus Rücksicht auf die Bevölkerung muss zudem die Lärmbelastung niedrig gehalten werden. Im Vergleich fliegen die Schweizer Jet-Piloten nur etwa halb so viele Stunden bei Nacht wie diejenigen der Nachbarstaaten.

Die Trainings sind möglich dank eines seit 2004 bestehenden rechtlichen Abkommens zwischen dem Königreich Grossbritannien und der Schweiz. 

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