Aktualisiert 03.12.2008 19:29

Wegen Krise

Schweizer machen es sich gemütlich

In der Krise verkriechen sich die Schweizer zu Hause: Damit es gemütlich wird, kaufen sie neue Möbel, Kuscheldecken und mehr Sexspielzeug.

von
David Torcasso und Nico Menzato

«In Krisenzeiten wird die Wohnung als Rückzugsort, als persönliche Oase besonders wichtig», sagt Martina Kühne, Trendforscherin am Gottlieb-Duttweiler-Institut. Den Rückzug ins traute Heim wurde von der Marktforscherin Faith Popcorn in den Achtzigern als «Cocooning» beschrieben. Kühne weiss: «‹Cocooning› wirkt in Krisenzeiten stärker.»

Damit das Reduit gemütlich ist, kaufen Schweizer zurzeit haufenweise Möbel. Dies bestätigt etwa Luca Aloisi von Möbel Pfister. Besonders Textilien, Dekorationen und Geschirr seien heiss begehrt. «Die Leute suchen nach Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden, weil sie diese in stürmischen Zeiten draussen vermissen.» Auch bei Ikea ist die Entwicklung beim Möbelverkauf «anhaltend gut», wie Sprecherin Sonja Blöchlinger sagt. «Das Einrichten der Wohnung gibt den Leuten in der Krise Geborgenheit.» Bei Jelmoli stürzen sich Kunden auf ­Kerzen und Teelichter, der Verkauf von Kuscheldecken liegt deutlich über dem Vorjahr.

Auch im Schlafzimmer knistert es zu Krisenzeiten: «In rezessiven Phasen geht es uns immer besser als in der Hochkonjunktur», so Patrik Stöckli, Chef der Kette Erotikmarkt. Verkauft würden vor allem Öle und Sexspielzeuge. Auch der Verkauf von Kondomen ist laut Hersteller Durex im zweistelligen Prozentbereich gestiegen.

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