Curling-EM: Schweizer Männer brauchen noch einen Sieg

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Curling-EMSchweizer Männer brauchen noch einen Sieg

An der Curling-EM in Stavanger (No) feierte das Männer-Team um Skip Sven Michel in der 7. Runde den 5. Sieg. Die Schweizer schlagen Finnland 9:7.

Dem Männer-Team um Skip Sven Michel fehlt an der EM in Stavanger noch ein Sieg zur erstmaligen Qualifikation für die Playoffs. Die Frauen um Mirjam Ott dagegen sind weiter ungeschlagen (7:0 Siege).

Nichts mit Krise! Auf die schwächste Saison der Geschichte reagierten die Teams des Curlingverbandes an den Europameisterschaften in Stavanger (No) mit Vehemenz. Die Frauen wahrten am Dienstag ihre Ungeschlagenheit; die Männer dürften die Playoffs ebenfalls erreichen. Mit nur zwei Niederlagen aus den ersten 14 Runden realisierten die beiden Mannschaften, die Frauen des CC Davos mit Skip Mirjam Ott (7:0 Siege) und die Männer des CC Adelboden mit Skip Sven Michel (5:2 Siege), den erfolgreichsten Schweizer EM-Auftakt der Geschichte. Zum ersten Mal überhaupt startete ein Frauen-Team mit sieben Siegen in Titelkämpfe.

Diesmal sind nach bloss vier Tagen aus Schweizer Optik schon diverse Entscheidungen gefallen. Die noch ungeschlagenen Frauen standen schon drei Runden vor Abschluss der Round Robin als Playoff-Teilnehmer fest, auch das ein Rekord. Damit erfüllte das Team von Mirjam Ott im überzeugendsten Stil auch noch die letzte Norm (Rang 5) von Swiss Olympic für die Selektion für die Olympischen Spiele in Sotschi. Und auch die Männer stellten den Klassenerhalt in der EM-A-Gruppe (8. Platz) und die Qualifikation für die nächste Weltmeisterschaft in Peking (29.3.-6.4. 2014) schon vor den letzten beiden Runden sicher.

Nur ein Sieg fehlt den Männern noch zur ersten Playoff-Qualifikation in der Geschichte dieses (jungen) Teams. Und gewinnen die Adelbodner am Mittwoch sogar beide abschliessenden Spiele gegen Russland und Dänemark, schaffen sie noch den Vorstoss auf Platz 2 und damit die Qualifikation für das obere Playoff-Spiel.

Page-System

Wer die Round Robin auf Platz 1 oder 2 beendet, der befindet sich in den Playoffs (ab Donnerstag) markant im Vorteil. Denn im Gegensatz zu den Olympischen Spielen nächsten Februar in Sotschi wird in Norwegen das Page-System angewendet. Der Erste spielt gegen den Zweiten und der Dritte gegen den Vierten. Der Sieger des Top-Spiels erreicht den Final; der Verlierer erhält gegen den Gewinner der zweiten Partie (3. - 4.) im Halbfinal eine zweite Chance.

Das Frauen-Team um Mirjam Ott hat dank seiner Ungeschlagenheit den Platz im oberen Playoff mittlerweile auf sicher. «Aber wir geben uns trotzdem alle Mühe, nicht nachzulassen», so die 41-jährige Bernerin. «Wir bleiben weiter konzentriert und nehmen Spiel um Spiel.» Am Dienstag gegen Tschechien (9:3) und Deutschland (8:2) bekundeten die Schweizerinnen aber einmal mehr nicht die geringsten Probleme.

Aus dem 2:4 wird ein 8:4

Das Männer-Team löste seine dienstäglichen Pflichtaufgaben gegen Lettland (7:6) und Finnland (9:7) weit weniger souverän als die Frauen. Am Vormittag gegen die Letten lagen die Schweizer 1:2 in Rückstand und verspielten im 9. End eine 6:3-Führung. Erst der allerletzte Stein von Sven Michel stellte im letzten End den Sieg noch sicher. Am Abend gegen Schlusslicht Finnland lagen die Schweizer bei Halbzeit sogar 2:4 hinten. Eine Aufstellungsänderung (Benoît Schwarz spielte ab dem 6. End auf der Nummer-2-Position für Sandro Trolliet) führte schliesslich zur Wende.

«Wir boten während fünf Ends eine schlechte Mannschaftsleistung», erklärte Nationalcoach Andy Schwaller. «Mit der Einwechslung von Benoit Schwarz wollten wir primär ein Zeichen setzen und das Momentum auf unsere Seite holen.» Das gelang perfekt: Bis zum 7. End machten die Schweizer aus dem 2:4 ein 8:4, wobei sie zum 8:4 sogar ein Viererhaus stehlen konnten. Schwaller: «Aber die zwei Spiele haben Nerven gekostet. Wir können viel besser spielen als am Dienstag, und ich bin überzeugt, wir werden das auch wieder tun.» (si)

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