Sexismus-Vorwurf: Schweizer Magazin verärgert US-Forscherin
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Sexismus-VorwurfSchweizer Magazin verärgert US-Forscherin

«Tiefer Ausschnitt, enge Lederhosen»: An dieser Beschreibung hat eine MIT-Wissenschaftlerin keine Freude. Die Zeitschrift reagierte sofort.

von
fko
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Kate Darling Roboter-Ethikerin und arbeitet in den USA. (Bild: Flavia Schaub)

Kate Darling Roboter-Ethikerin und arbeitet in den USA. (Bild: Flavia Schaub)

Flavia Schaub
Darling erforscht, wie die Gesellschaft mit neuen Technologien interagiert, welche Beziehungen Menschen zu Robotern aufbauen oder ob Roboter Rechte haben sollten. (Bild: RSA TV)

Darling erforscht, wie die Gesellschaft mit neuen Technologien interagiert, welche Beziehungen Menschen zu Robotern aufbauen oder ob Roboter Rechte haben sollten. (Bild: RSA TV)

RSA TV
Die Forscherin ist in Basel aufgewachsen. (Bild: PCMag)

Die Forscherin ist in Basel aufgewachsen. (Bild: PCMag)

PCMag

«Sie nennt sich selber Mistress of Machines, hat ein Tattoo auf dem Arm und hält Vorträge mit tiefem Ausschnitt und eng anliegenden Lederimitat-Hosen.» So beginnt das Porträt über Kate Darling, das die Schweizer Wirtschaftszeitschrift «Bilanz» letzte Woche publiziert hat.

Die Roboter-Ethikerin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston ist eine von 100«Digital Shapers», die laut der Zeitschrift bei der Digitalisierung ganz vorne mit dabei sind und die Welt der Zukunft prägen.

«Falls ihr dachtet, es gebe keinen Sexismus mehr»

Darling erforscht, wie die Gesellschaft mit neuen Technologien interagiert, welche Beziehungen Menschen zu Robotern aufbauen oder ob Roboter Rechte haben sollten. Die studierte Juristin wuchs in Basel auf und doktorierte an der ETH in Zürich.

Auch auf Twitter ist die 36-Jährige aktiv, sie hat mehr als 15'000 Follower. Dort machte sie letzten Freitag denn auch ihren Unmut über den Artikel kund: «Eine grössere Schweizer Zeitung hat gerade ein Porträt über mich veröffentlicht, in dem es um meinen Ausschnitt geht. Nur für den Fall, dass ihr dachtet, es gebe keinen Sexismus mehr», schrieb sie.

«Bilanz» reagiert sofort

Die Reaktion der «Bilanz» folgte prompt. Schon kurze Zeit nach dem Tweet passte sie den Artikel über Darling an und entschuldigte sich bei der Wissenschaftlerin. «Wir wollen keine sexistische Sprache verwenden und sind bemüht, uns in Zukunft zu verbessern», schrieb die Zeitschrift. Die Passage zum Ausschnitt und den engen Hosen wurde aus dem Text entfernt. Darling war besänftigt und bedankte sich sogleich für die schnelle Antwort.

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