Richterswiler komponiert Filmmusik - Schweizer mischt bei Mega-Erfolg von «The Serpent» mit
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Richterswiler komponiert FilmmusikSchweizer mischt bei Mega-Erfolg von «The Serpent» mit

Dominik Scherrer hat beim Netflix-Hit «The Serpent» die Musik beigesteuert. Der gebürtige Richterswiler macht in London Karriere im Filmgeschäft.

von
Catharina Steiner

Der Trailer zu «The Serpent», dem Megahit auf Netflix. Dominik Scherrer (53) hat die Filmmusik komponiert.

Netflix

Darum gehts

  • Die Mini-Serie «The Serpent» ist ein riesiger Netflix-Hit.

  • Sie handelt von der wahren Mordserie auf dem «Hippie Trail» in den 70er-Jahren.

  • Ein Schweizer hat die Filmmusik komponiert.

  • Dominik Scherrer (53) lebt seit 30 Jahren in London.

  • Dort ist er gut im Geschäft.

Schon als Teenager wusste Dominik Scherrer (53), dass er Filmmusik komponieren will. Deshalb schnappte er sich eine VHS-Kamera, ging nachts in den Wald – um den Clip anschliessend musikalisch untermalen zu können. Aus den amateurhaften Anfängen hat sich eine beeindruckende Karriere im Filmgeschäft entwickelt. In London, wo Scherrer seit über 30 Jahren wohnt, ist er heute bestens gebucht. Mit «The Serpent», dem Megahit von Netflix, landet er seinen bis dato grössten Erfolg.

Dominik Scherrer an der Brick Lane in London.

Dominik Scherrer an der Brick Lane in London.

Valerie Dobbelaere

Angefangen hat er mit kleineren Arthouse-Streifen, ist dann zu Serien übergegangen, die immer grösser wurden. Zum Job bei «The Serpent» ist er über den Regisseur gekommen, mit dem er bereits für die BBC-Serie «The Missing» zusammengearbeitet hat. Über den Erfolg von «The Serpent» über einen Mörder, der in den 70er-Jahren auf dem Hippie-Trail in Asien Rucksacktouristen ausgeraubt und umgebracht hat, war er selbst überrascht. «Die Serie ist seit Wochen weltweit auf Platz eins. Das hätte ich nie gedacht, weil es ja eine sehr düstere Geschichte ist. Aber sie hat einen Nerv getroffen», erzählt Scherrer im Interview mit 20 Minuten.

Scherrer 2020 bei den Aufnahmen für «The Serpent» in Thailand.

Scherrer 2020 bei den Aufnahmen für «The Serpent» in Thailand.

Valerie Dobbelaere

Obwohl er mit der Filmmusik einen wichtigen Teil zum Erlebnis beisteuert, ist dem Publikum oft gar nicht bewusst, wie viel Arbeit eigentlich dahinter steckt. «Mein Vater hat die ersten sieben Folgen von ‹The Serpent› gesehen. Danach hat er mich angerufen und gesagt: Also bis jetzt habe ich noch keine Musik gehört! Dabei waren das locker sechs Stunden Filmmusik», sagt Scherrer und lacht.

Grundsätzlich sieht er sein Schaffen aber sehr gewürdigt. Dank des Netflix-Hits gibt es jetzt noch mehr interessante Anfragen. Aber Scherrer ist ohnehin bereits für das nächste Jahr ausgebucht. Für Neueinsteiger hat er einen simplen Rat: «Fangt klein an, nehmt Einsteigerprojekte an, komponiert für Filmschüler. Je mehr man es macht, desto besser wird man!»

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