Gefährliche Gadgets: Schweizer Museen dulden keine Selfie-Sticks

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Gefährliche GadgetsSchweizer Museen dulden keine Selfie-Sticks

In den USA verbieten immer mehr Museen Selfie-Sticks. Viele Schweizer Häuser stellen für den Gebrauch der Teleskop-Stangen ebenfalls Regeln auf.

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vro
Selfies vor und in Museen sind beliebt. Aus Angst vor Schäden sind die Teleskop-Stangen jedoch in etlichen Museen weltweit verboten  auch in der Schweiz.

Selfies vor und in Museen sind beliebt. Aus Angst vor Schäden sind die Teleskop-Stangen jedoch in etlichen Museen weltweit verboten auch in der Schweiz.

Bei einem Selfie alles aufs Bild zu kriegen, ist nicht immer einfach. Immer mehr Leute nutzen deshalb eine Selfie-Stange, mit der sich das Smartphone weiter als eine Armlänge entfernt halten lässt. Den Museen in den USA sind diese Teleskop-Stangen jedoch ein Dorn im Auge. Nach dem Museum of Modern Art in New York, der Nationalgalerie in Washington und dem Getty Center in Los Angeles hat jetzt auch das Smithsonian ein Selfie-Stick-Verbot ausgesprochen.

In der Schweiz ist das Fotografieren in manchen Museen komplett verboten. So etwa im Kunstmuseum Bern oder in der Sammlung Rosengart in Luzern. Andere Institutionen machen Ausnahmen – wollen aber von Selfie-Stangen nichts wissen.

«Man ist sich der Reichweite nicht bewusst»

Besucher der Ausstellung «Paul Gauguin» in der Fondation Beyeler dürfen seit Neustem Fotos mit Smartphones und Kleinbildkameras machen. Dies war bis anhin nicht erlaubt, sagt Jan Sollberger von der Pressestelle. Die Selfie-Stange muss aber weiterhin draussen bleiben. Die Fondation Beyeler hat dies explizit auf ihrer Website deklariert.

Dies aus Sicherheitsgründen. «Es ist eine Vorsorgemassnahme, man ist sich der Reichweite während des Hantierens einfach nicht bewusst und könnte plötzlich eines der Werke streifen», sagt Sollberger. Ausserdem könne es auch vorkommen, dass Besucher, die mit einem Selfie-Stick zu Gange sind, plötzlich geschubst werden. Wer einen Stick mitbringe, werde am Eingang auf das Verbot hingewiesen und müsse ihn wegschliessen.

Zerstörung bliebe unbemerkt

Im Kunsthaus Zürich ist das Fotografieren grundsätzlich erlaubt. Vor allem das Knipsen mit dem Smartphone komme immer häufiger vor, sagt Sprecher Björn Quellenberg. Wie alle spitzen Gegenstände sind Selfie-Stangen aber auch im Kunsthaus ein Tabu. «Sie sind nicht kontrollierbar», sagt Quellenberg. Wer mit dem Finger plötzlich an ein Werk stösst, spüre die Berührung immerhin noch, obwohl auch das zu weit gehe. Mit den Stangen könne es sein, dass man die Ausstellungsstücke beschädige, ohne es zu merken.

Im Kunstmuseum Basel ist das Fotografieren für die Besucher grundsätzlich verboten. Lediglich Medienschaffenden sei dies gestattet, allerdings nur unter strengen Auflagen, erklärt Sprecher Michael Mathis. «Stative dürfen zum Beispiel nicht näher als zwei Meter von einem Kunstwerk aufgestellt werden.» Und er betont: Sollte das Museum das Kameraverbot für Besucher einmal lockern, würden Selfie-Stangen bestimmt nicht erlaubt.

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