Seven, Hunger & Co.: Schweizer Musiker haben genug
Aktualisiert

Seven, Hunger & Co.Schweizer Musiker haben genug

Mit Sophie Hunger verschwindet eine grosse Schweizer Künstlerin nächstes Jahr von der Bildfläche. Nun verkündet auch Seven eine Auszeit. Was ist los mit unseren Musikern?

von
Neil Werndli

Lunik und Tinkabelle lösen sich auf, Sophie Hunger macht eine Pause und nun nimmt sich auch noch Seven eine Auszeit: «Ich habe in der Schweiz jetzt eigentlich zwölf Jahre durchgearbeitet», sagt der Soulsänger. 2014 wird er keine Konzerte in der Schweiz spielen und sich stattdessen aufs Ausland konzentrieren.

Ganz aufhören könnte Seven nie: «Dafür bin ich viel zu zappelig – mir wird schnell langweilig», gibt er zu. Während seines Jahrs im Ausland will er auch im Studio neue Songs aufnehmen. Ein neues Album wird es trotzdem frühestens 2015 geben.

«Hier kann er kaum noch mehr machen»

Mit Seven, Sophie Hunger & Co. verschwinden gleich mehrere Musiker von unseren Konzertbühnen. «Eigentlich ist das fast normal», relativiert Christoph Alispach, Musikredaktor bei SRF 3. «Seven ist in der Schweiz momentan unglaublich präsent. Hier kann er kaum noch mehr machen», so Alispach. Deshalb sei es verständlich, dass Seven hierzulande eine Pause einlegt. In dieselbe Kerbe haut der Sänger selbst: «Das Schlimmste, was einem Musiker passieren kann, ist, dass die Leute irgendwann genug von ihm haben», sagt er.

Dass es in der Schweizer Musiklandschaft nun mehr Platz für Nachwuchskünstler gibt, bezweifelt der SRF-Musikredaktor: «Es ist nicht so, dass junge Musiker nur auf Kosten eines etablierten erfolgreich sein können», sagt er. «Wenn eine Band überdurchschnittlich gut ist, findet sie auch Platz neben den Grossen.» Seven sieht das ähnlich: Letzten Endes sei der Erfolg immer nur von der Musik abhängig.

«Man wird sie nicht so schnell vergessen»

Ob er nach seiner Rückkehr in die Schweiz gleich wieder erfolgreich sein wird, ist auch für Seven selbst ungewiss: «Ob mich 2015 dann noch alle mögen, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Das hängt alleine davon ab, was für Musik ich dann mache.» SRF-Musikredaktor Christoph Alispach sieht aber kein hohes Risiko: «Innerhalb eines Jahres wird man auch in unserer schnelllebigen Zeit die Künstler nicht einfach vergessen», zeigt er sich optimistisch. Sollte es mit der Rückkehr nicht klappen, so könnte Seven immerhin mit Stolz auf seine Karriere zurückblicken. Auch wenn er noch unerreichte Ziele hat: «Ich kann mittlerweile zwar glücklich sterben, aber ich kann nicht sagen, dass ich alles erreicht habe, was ich will.»

Am 29. Dezember schmeisst Seven im Zürcher Mascotte eine Abschiedsparty inklusive Konzert.

Deine Meinung