Tariq Ramadan: Schweizer Muslime sollen sich einbringen
Aktualisiert

Tariq RamadanSchweizer Muslime sollen sich einbringen

Der Schweizer Islamwissenschafter Tariq Ramadan fordert die Muslime auf, sich in alle gesellschaftliche Belange einzumischen. Es dauere aber eine lange Zeit bis das Misstrauen überwunden werde.

Die Muslime in der Schweiz hätten sich im Vorfeld der Minarett-Abstimmung zurückgehalten, um den «clash» zu vermeiden, sagte der in Oxford lehrende Schweizer der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit». «Aber Schweigen ist inakzeptabel», fügte er an. Muslime müssten sich in öffentliche Debatten einmischen, nicht nur, wenn es um den Islam gehe.

Der Erfolg der SVP, die in den vergangenen Jahren gelernt habe, sich der Medien zu bedienen und das Volk zu beeinflussen, sei ein Warnruf für alle Muslime: «Nicht stumm verharren, nicht passiv bleiben». Ramadan warnte die Muslime zudem davor, jetzt in die Falle der Populisten zu tappen. «Wir sollten ihnen keine Zitate liefern, die sie dann wiederum dazu verwenden, zu behaupten, wir seien gegen sie», fügte Ramadan an.

Auch in Frankreich und Deutschland sowie andern europäischen Staaten sei das Misstrauen gegenüber Muslimen Realität. In der Schweiz gelte es jetzt, über die Abstimmung hinwegzukommen. Dies sei jedoch ein langer Prozess. «Ich rede von zwei Generationen, nicht über die nächsten Wahlen», sagte Ramadan. (dapd)

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