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Schweizer nach Razzia gegen Maori-Aktivisten vor Gericht

Ein Schweizer ist in Neuseeland im Rahmen einer grossangelegten Polizeiaktion gegen eine paramilitärische Gruppe mitangeklagt worden.

Die Verhaftung von insgesamt 17 Personen richtete sich gegen Ausbildungslager für militante Kämpfer.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Samstag einen Bericht im «Blick». Der verhaftete Schweizer geniesse den konsularischen Schutz. Die Schweizer Stellen stünden in Kontakt mit den neuseeländischen Behörden, sagte EDA- Sprecherin Carine Carey auf Anfrage.

Nähere Angaben zur Person des Schweizers oder zum Inhalt der Anklage gegen ihn wollte Carey nicht machen. Sie verwies dabei auf das laufende Verfahren.

Mitte Oktober hatte die neuseeländische Polizei in einer landesweiten Operation 17 Personen festgenommen, darunter den prominenten Maori-Aktivisten Tame Iti. Der paramilitärischen Gruppe gehören neben Ureinwohnern auch Umweltschützer an.

Ausbildungslager

Ziel der Razzia mit etwa 300 Beamten waren Trainingscamps in einem abgelegenen Gebiet auf der Nordinsel. Dort waren Waffen und selbstgebaute Sprengsätze beschlagnahmt worden. Die Gruppe nenne sich «Freiheitskämpfer», berichtete der «New Zealand Herald».

Gemäss neuseeländischen Medienberichten wurden die Verhafteten diese Woche dem Haftrichter vorgeführt. Ihnen werden Verstösse gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Sollte die Anklage auf terroristische Aktivitäten ausgeweitet werden, wäre dies die erste Anwendung des Anti-Terror-Gesetzes Neuseelands, welches seit Ende 2002 in Kraft ist.

(sda)

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