Schweizer Nati sucht Nachwuchs in China
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Schweizer Nati sucht Nachwuchs in China

Sie leben in China, El Salvador oder in Frankreich: Zurzeit trainieren 30 junge Auslandschweizer im Tessin. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Schweizer Nati-Spieler zu werden.

Was haben Ivan Rakitic und Mladen Petric gemeinsam? Sie sind beide in der Schweiz aufgewachsen, spielen jetzt aber für das kroatische Nationalteam. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) geht jetzt den umgekehrten Weg und sucht im Ausland Talente mit Schweizer Wurzeln. Ein Aufruf unter den 640000 Auslandschweizern fruchtete – 150 junge Fussballer haben sich gemeldet. 30 von ihnen wurden schliesslich für ein Sichtungscamp in Tenero ausgewählt. Die meisten von ihnen leben in nichteuropäischen Ländern. Die Reisespesen ins Land ihrer Eltern mussten sie selber berappen. «Das zeigt, dass diese Jungs top motiviert sind», sagte Projektleiter Romain Villiger.

Einer der wenigen «Europäer» ist der in Deutschland lebende Joshua Claringbold. Obwohl er kein Schweizerdeutsch versteht, zieht der 17-Jährige den SFV dem deutschen Verband (DFB) vor. «Mein Herz schlägt für die Schweiz, das Land meiner Grosseltern. Und es wäre eine grosse Ehre, für sie zu spielen», sagt das Goalie-Talent, das bereits vom DFB kontaktiert wurde.

Wurde bei den Ausland-schweizer-Teenagern bereits ein neuer Alex Frei oder Tranquillo Barnetta entdeckt? «Das braucht noch etwas Zeit», lacht Villiger, «aber zwei, drei Talente hoffen wir schon zu entdecken.»

Andy Fischer

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