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EgoistischSchweizer nehmen keine Päckli für Nachbarn an

Rund die Hälfte der Schweizer ist nicht bereit, Pakete für die Nachbarn entgegenzunehmen – weil sie nachtragend sind.

von
M. Steiger
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Manche Pöstler hinterlegen Päckchen im Eingangsbereich der Mehrfamilienhäuser, andere versuchen die Päckchen bei den Nachbarn zu hinterlegen.

Manche Pöstler hinterlegen Päckchen im Eingangsbereich der Mehrfamilienhäuser, andere versuchen die Päckchen bei den Nachbarn zu hinterlegen.

Keystone/Gaetan Bally
Bei den Schweizern funktioniert das aber in der Hälfte der Fälle nicht: 50 Prozent der Befragten in der Immowelt.ch-Studie nehmen keine Pakete für ihre Nachbarn an.

Bei den Schweizern funktioniert das aber in der Hälfte der Fälle nicht: 50 Prozent der Befragten in der Immowelt.ch-Studie nehmen keine Pakete für ihre Nachbarn an.

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60 Prozent der Päckliverweigerer begründen das damit, das die Nachbarn ihre Päckchen ja auch nicht entgegennehmen. 14 Prozent wollen einfach keinen Kontakt mit ihren Nachbarn.

60 Prozent der Päckliverweigerer begründen das damit, das die Nachbarn ihre Päckchen ja auch nicht entgegennehmen. 14 Prozent wollen einfach keinen Kontakt mit ihren Nachbarn.

Keystone/Christian Beutler

Wenn der Pöstler oder Kurier mit dem Paket kommt, sind viele nicht daheim, sondern im Büro. Und während manche Überbringer die Pakete einfach im Eingang deponieren, probieren andere, die Päckchen bei den Nachbarn zu hinterlegen – in der Hälfte der Fälle allerdings erfolglos.

Keine Pakete annehmen, weil der Nachbar auch keine annimmt.

Laut einer repräsentativen Studie von Immowelt.ch lehnen 50 Prozent der Schweizer die Pakete der Nachbarn ab. Die Gründe für die Abneigung sind unterschiedlich: Die meisten Befragten sind schlicht nachtragend: 60 Prozent der Paketverweigerer gaben an, dass die eigenen Bestellungen auch niemand annehme.

14 Prozent wollen dagegen einfach keinen Kontakt mit ihren Nachbarn: Sie nehmen keine Päckchen an, weil sie nicht wollen, dass der Nachbar bei ihnen klingelt, um diese abzuholen. 13 Prozent beschweren sich, dass die Pakete des Nachbarn oft tagelang nicht abgeholt würden und dann in der eigenen Wohnung herumstünden, weitere 13 Prozent nervt es, dass sie abends noch auf den Nachbarn warten müssen.

Junge Schweizer besonders unwillig

Überraschend: Gerade bei den jungen Schweizern zwischen 18 und 29 Jahren verweigern besonders viele die Paketannahme: 58 Prozent. Und das obwohl auch gerade junge Menschen gern und oft online shoppen. Viel hilfsbereiter sind Senioren: Nur 39 Prozent lehnen Pakete für die Nachbarn ab.

Die andere Hälfte der Schweizer pflegt übrigens ein harmonisches Verhältnis zu den Nachbarn und nimmt gern deren Pakete entgegen. Für 59 Prozent der Päckli-Annehmer ist es ein «Geben und Nehmen», ein Drittel nimmt die Päckli sogar gern an, weil sie so mit den Nachbarn ins Gespräch kommen. 8 Prozent ärgern sich zwar, nehmen die Päckchen aber trotzdem an.

Deutlich netter: Die Österreicher

Im Ländervergleich steht die Schweiz ziemlich schlecht da: Unsere österreichischen Nachbarn sind sehr viel hilfsbereiter. Hier lehnen nur 29 Prozent die Annahme ab, die Gründe sind aber die gleichen wie bei den Schweizern.

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