Business-Trip: Schweizer nehmen Mikro-Dosen LSD als Arbeitsturbo
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Business-TripSchweizer nehmen Mikro-Dosen LSD als Arbeitsturbo

Die Hippiedroge LSD ist im Alltag angekommen: Schweizer nutzen Kleinstmengen in der Hoffnung auf mehr Kreativität.

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LSD wird meist in Form von Filzchen konsumiert, auf die die Droge getröpfelt wurde. Auf einem Plättchen sind 20 bis 100 Mikrogramm LSD - beim Microdosing wird eine viel niedrigere Dosierung verwendet.

LSD wird meist in Form von Filzchen konsumiert, auf die die Droge getröpfelt wurde. Auf einem Plättchen sind 20 bis 100 Mikrogramm LSD - beim Microdosing wird eine viel niedrigere Dosierung verwendet.

Drug-Infopool.de, eve&rave
Im Jahr 2015 entdeckten die Geeks im Silicon Valley LSD als Aufputschmittel.

Im Jahr 2015 entdeckten die Geeks im Silicon Valley LSD als Aufputschmittel.

Keystone/Martin Ruetschi
Bereits Steve Jobs war begeistert von LSD. Der verstorbene Apple-Gründer hatte 2001 die Einnahme der psychedelischen Substanz als eine der bedeutendsten Erfahrungen seines Lebens bezeichnet.

Bereits Steve Jobs war begeistert von LSD. Der verstorbene Apple-Gründer hatte 2001 die Einnahme der psychedelischen Substanz als eine der bedeutendsten Erfahrungen seines Lebens bezeichnet.

AP/Paul Sakuma

Aus Amerika schwappt ein neuer Trend nach Europa – und auch in die Schweiz. «Microdosing», das Konsumieren von Drogen in stark reduzierter Dosis. Die Anwender konsumieren extrem niedrige Dosierungen, ungefähr einen Zehntel eines normalen LSD-Trips, zwei- bis dreimal pro Woche. Kosten: 30 Rappen für eine Dosis.

In den Vereinigten Staaten ist dies verbreiteter, vor allem im Silicon Valley. «Forbes» schreibt: «Microdosing ist der Arbeitsturbo im Silicon Valley.» Und das Magazin «Rolling Stone» schreibt: «Der neue Businesstrip». Anwender berichten, die Droge verbessere ihre Konzentrationsfähigkeit und die Kreativität.

Verdünntes LSD als Spray

Der «Tages-Anzeiger» berichtet nun, dass auch in der Schweiz Konsumenten «Microdosing» anwenden und hat einen von ihnen, einen mittleren Kadermann eines grossen Schweizer Unternehmens, getroffen.

Dieser konsumiert die Droge, verdünntes LSD, via Spray. Acht bis zehn Mikrogramm sei die ideale Dosis. Er habe kein Abhängigkeitsgefühl, habe nüchtern nie ein Reissen nach dem Stoff verspürt. Und sein Hang zum Rauschtrinken habe sich abgeschwächt.

Enge Gratwanderung

Koni Wäch von der Drogenberatungsstelle Eve & Rave bestätigt der Zeitung, dass LSD-Mikrodosen in der Schweiz ein Thema sind. Seines Wissens setzen vor allem Leute mit vorgängiger LSD-Erfahrung auf die Mikrodosen.

In der Schweiz darf mit einer Sonderbewilligung mit LSD geforscht werden. Bei der Universität Zürich ist dies die Forschungsgruppe Neuropsychopharmacology and Brain Imaging. «Es ist belegt, dass LSD zu unkonventionellen, flexibleren Denkmustern führt», sagt deren Leiter Franz X. Vollenweider zum «Tages-Anzeiger».

Er findet es jedoch bedenklich, dass gesunde Menschen LSD als leistungssteigerndes Mittel konsumieren. Es sei eine enge Gratwanderung zwischen Kreativität und Zusammenbruch.

Haben Sie positive oder negative Erfahrungen mit «Microdosing» gemacht? Melden Sie sich mit Ihrer Telefonnummer auf feedback@20minuten.ch

Global Drug Survey 2017: Machen Sie mit!

Machen Sie mit bei der weltweit grössten Umfrage zum Thema Drogenkonsum. Der Global Drug Survey richtet sich nicht nur an Menschen, die illegale Drogen nehmen. Auch wer raucht, ab und zu Alkohol trinkt oder überhaupt nichts konsumiert, ist angesprochen. Die Umfrage wird in rund 50 Ländern durchgeführt. 20 Minuten ist der offizielle Medienpartner und wird im Frühling 2017 die Schweizer Ergebnisse exklusiv veröffentlichen.

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