Aktualisiert 30.10.2016 19:22

Hass-SongSchweizer Neonazi-Band will Politikerin erschiessen

Die Schweizer Band Erschiessungskommando ruft zum Mord an einer deutschen Linken-Politikerin auf. In anderen Songs werden auch Schweizer Politiker und Promis bedroht.

von
lz
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Die Schweizer Neonazi-Band «Erschiessungskommando» ruft zum Mord an der deutschen Linken-Politikerin Katharina König auf. Dies schreibt die «SonntagsZeitung». Die Band hat vor fünf Tagen ein Lied auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht, in dem sie die Tat detailliert beschreibt: « Du wirst grausam sterben, das ist nicht die Frage. Vom Landtag auf die Bahre.»

Die Schweizer Neonazi-Band «Erschiessungskommando» ruft zum Mord an der deutschen Linken-Politikerin Katharina König auf. Dies schreibt die «SonntagsZeitung». Die Band hat vor fünf Tagen ein Lied auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht, in dem sie die Tat detailliert beschreibt: « Du wirst grausam sterben, das ist nicht die Frage. Vom Landtag auf die Bahre.»

Die Linke
Dies ist das Cover des Albums, auf dem der besagte Song zu hören ist. Insider gehen davon aus, dass es sich beim Sänger von «Erschiessungskommando» um Kevin G. aus dem zürcherischen Rüti handelt. Er ist Frontmann der rechtsextremen Band «Amok» und trat vor zwei Wochen beim grossen Neonazi-Konzert in Unterwasser SG auf.

Dies ist das Cover des Albums, auf dem der besagte Song zu hören ist. Insider gehen davon aus, dass es sich beim Sänger von «Erschiessungskommando» um Kevin G. aus dem zürcherischen Rüti handelt. Er ist Frontmann der rechtsextremen Band «Amok» und trat vor zwei Wochen beim grossen Neonazi-Konzert in Unterwasser SG auf.

zvg
Mit diesem Flyer warben die Organisatoren für das Rechtsrock-Konzert im Toggenburg.

Mit diesem Flyer warben die Organisatoren für das Rechtsrock-Konzert im Toggenburg.

Screenshot Tagblatt

Auf ihrer neuen CD ruft die Schweizer Neonazi-Band Erschiessungskommando zum Mord an der deutschen Linken-Politikerin Katharina König auf. Dies schreibt die «SonntagsZeitung». Die Band hat vor fünf Tagen ein Lied auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht, in dem sie die Tat detailliert beschreibt: «Bald bist du endlich dran. Wir warten ungeduldig, bereit für diesen Kampf. Du wirst grausam sterben, das ist nicht die Frage. Vom Landtag auf die Bahre.»

Sie geben ebenfalls an, König «tief im dunklen Wald» töten zu wollen, weil dort niemand ihre Schreie hören könne. Auch ihrem Vater wird gedroht: Dieser soll mit einer schallgedämpften Waffe erschossen werden. Das Album aus dem das Lied stammt trägt den Titel «Sieg oder Tod».

Wegen Ermittlungen bedroht

Insider gehen davon aus, dass es sich beim Sänger der Band um Kevin G. aus dem zürcherischen Rüti handelt. Er ist Frontmann der rechtsextremen Band «Amok» und trat vor zwei Wochen beim grossen Neonazi-Konzert in Unterwasser SG auf. Gegen Kevin G. wird aktuell ermittelt, weil er im Sommer 2015 einen orthodoxen Juden in Wiedikon (ZH) angegriffen haben soll. Ebenfalls soll er Beziehungen zur Neonazi Szene im ostdeutschen Thüringen haben, wo Katharina König im Landtag sitzt.

König ist aufgrund ihrer Beteiligung an den Ermittlungen gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ins Kreuzfeuer der Rechtsextremen gelangt. Die NSU wird beschuldigt, zehn Morde verübt zu haben. König verurteilt den Song gegenüber der «SonntagsZeitung» scharf: Sie sei sich Drohungen von Rechtsradikalen zwar gewohnt, trotzdem stelle das Lied «eine neue Qualität» der Bedrohung dar.

Die Fraktion «Die Linke» hat wegen der Morddrohung Anzeige erstattet. Das Lied wurde inzwischen von Youtube gelöscht. Andere Lieder der Band mit Titeln wie «An allem sind die Juden schuld» oder «Ist uns doch egal, ob der Neger verreckt» können jedoch weiterhin aufgerufen werden.

Weitere Lieder aufgetaucht

Laut der «Schweiz am Sonntag» soll Kevin G. auch hinter der Band «Mordkommando» stehen. Diese These verbreiten Beobachter der Naziszene wie die Antifaschistische Aktion Bern. Deren Songs enthalten neben rassistischen und antisemitischen Inhalten auch Morddrohungen gegen Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch und eine Reihe von Schweizer Prominenten wie Kurt Aeschbacher oder Mike Shiva. Ein weiteres Lied trägt den Titel: «Bomben auf Wiedikon» und beschreibt die Zerstörung des Zürcher Quartiers in dem viele orthodoxe Juden leben.

«Erschiessungskommando» scheint die Nachfolgeband zu «Mordkommando» zu sein, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Nicht nur der Bandname ist ähnlich, ebenfalls sollen sich Sound, Stimme und Text gleichen. Verbindungen zur Schweiz sind auch erkennbar. In einem Song wird eine Zeile auf Zürcher Dialekt gesungen. Es heisst: «Nün armi Flüchtling in Lampedusa det häts kracht, de einti wird als Christ enttarnt, denn sinds halt nur na acht.» Auf einem älteren Album posiert ein Mann, wieder durch eine Sturmmaske verhüllt, mit einem Sturmgewehr 90, einer Schweizer Armeewaffe.

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