Aktualisiert 29.10.2019 10:05

Schnäppchen-SchlachtSchweizer nerven sich über Black Friday

Ob Black Friday oder Cyber Monday – an Rabatttagen werden in der Schweiz Millionen umgesetzt. Dennoch betrachten Konsumenten die Rabattschlacht kritisch.

von
Dominic Benz

Am Black Friday geht es in den Läden rund um die Welt meist sehr wild zu und her (Video: Tamedia).

Der Black Friday ist die Mutter aller Schnäppchentage. An jenem Freitag im Jahr locken die wichtigsten Schweizer Läden mit extremen Rabatten auf grosse Teile ihres Sortiments. In diesem Jahr findet der Black Friday am 29. November statt.

Allerdings stehen die Schweizer solchen Shoppingtagen wie Black Friday oder Cyber Monday, die ursprünglich aus den USA kommen, kritisch gegenüber. Fast zwei Drittel der Konsumenten

finden solche Schnäppchentage eine negative Entwicklung, wie eine repräsentative Umfrage der Onlineplattform Blackfridaydeals.ch zeigt.

Um das geht es beim Black Friday:

Für den Black Friday nehmen sich Hardcore-Shoppingfans frei

Am Black Friday locken Schweizer Detailhändler mit extremen Rabatten. Das lassen sich Schnäppchenjäger nicht entgehen und nehmen sogar frei.

Widersprüchliches Bild

Die Verkaufszahlen geben jedoch ein anderes Bild ab: Letztes Jahr setzten Schweizer Händler gemäss Blackfridaydeals.ch rund 440 Millionen Franken innert 24 Stunden um. Damit ist der Black Friday einer der wichtigsten Tage für den hiesigen Detailhandel. Gemäss der Umfrage wissen fast alle Schweizer, was der Black Friday ist.

Zudem war der Schnäppchentag im letzten Jahr auf Platz 9 der am meisten gegoogelten Begriffe. Seit der Einführung des Shopping-Events in der Schweiz im Jahr 2015 sind die Anfragen nach dem Event laut Google Trends um mehr als das Siebenfache gestiegen, wie die Plattform mitteilte.

«Wir haben einen Zwiespalt in uns»

Warum kritisieren die Schweizer dennoch solche Rabattschlachten? «Wir haben einen Zwiespalt in uns», sagt Jakub Samochowiec, Konsumpsychologe am Gottlieb Duttweiler Institut, zu 20 Minuten. Als Individuum wolle man oft nichts mit dieser «verwerflichen Konsummasse» zu tun haben. Locke aber dann das Schnäppchen, können viele plötzlich doch nicht widerstehen. Ein ähnliches Phänomen gebe es beim Reisen. «Wir alle wollen reisen, aber niemand will Tourist sein», so der Experte.

Auch nicht alle Händler sind mit dem Black Friday glücklich. Sie befürchten, dass die Konsumenten ihre Einkäufe aufsparen und erst bei der Rabattschlacht zuschlagen. Der Black Friday würde also keinen zusätzlichen Umsatz bringen.

Wie die Umfrage aber zeigt, wartet im Schnitt nur knapp jeder Zehnte ab, um von den Rabatten profitieren zu können. Bei den 15- bis 34-Jährigen sind es 11 Prozent. Für Retail-Experte Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch ist klar: «Der Black Friday scheint Schweizerinnen und Schweizer weiterhin zu Spontankäufen zu animieren. Die Händler generieren mit attraktiven Angeboten wertvolle Zusatzumsätze.»

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