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Zeit-StudieSchweizer nerven sich, wenn sie 5 Minuten warten

Eine Umfrage zeigt: Wenn es um Verspätungen geht, sind die Schweizer wenig tolerant. Wer links wählt, dem ist Pünktlichkeit weniger wichtig.

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tio.ch/ehs
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Die Hälfte der Schweizer toleriert keine Verspätungen von über fünf Minuten. Das zeigt eine neue Studie. Die Deutschschweizer sind dabei toleranter als die Romands und die Tessiner.

Die Hälfte der Schweizer toleriert keine Verspätungen von über fünf Minuten. Das zeigt eine neue Studie. Die Deutschschweizer sind dabei toleranter als die Romands und die Tessiner.

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Gefragt, wofür sie im Nachhinein mehr Zeit investiert hätten, antwortet über die Hälfte der Befragten: für das Reisen – obwohl die Schweizer bereits zu den reisefreudigsten Europären gehören.

Gefragt, wofür sie im Nachhinein mehr Zeit investiert hätten, antwortet über die Hälfte der Befragten: für das Reisen – obwohl die Schweizer bereits zu den reisefreudigsten Europären gehören.

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Auch für Sport und Musikinstrumente würden über 40 Prozent im Nachhinein mehr Zeit investieren.

Auch für Sport und Musikinstrumente würden über 40 Prozent im Nachhinein mehr Zeit investieren.

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Knapp über die Hälfte der Deutschschweizer toleriert eine Verspätung von zehn oder mehr Minuten. Die restlichen Schweizer sind weniger nachlässig: In der Westschweiz akzeptieren nur 47 Prozent eine solche Verspätung, im Tessin gar nur 40 Prozent. Verspätungen von fünf Minuten oder mehr sind insgesamt für fast die Hälfte inakzeptabel. Das zeigt eine neue Studie des Instituts Sotomo.

Dabei spielt offenbar auch die politische Orientierung eine Rolle. Wer politisch weiter links steht, der toleriert Verspätungen eher. Kein Wunder, denn diese Personen tragen auch weniger häufiger Armbanduhren, wie die Studienautoren schreiben. Die seien vom Zeitmesser nun endgültig zu einem «Statussymbol der wohlhabenden Bourgeoisie» geworden.

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Die meisten wollen mehr reisen

Die Autoren beschäftigten sich auch mit der Frage, wofür sich Schweizer Zeit nehmen wollen und wofür sie im Rückblick lieber mehr Zeit investiert hätten. Über die Hälfte der Befragten sagte im Nachhinein, dass sie häufiger reisen würden – obwohl die Schweizer nach den Finnen schon die reisefreudigsten Europäer sind. Auch Sport, Fremdsprachen und Musikinstrumente verdienen gemäss den Befragten mehr Zeit.

Zum Entspannen geht über die Hälfte in die Natur, noch 45 Prozent schalten bei TV-Serien ab und für immerhin 40 Prozent der Eltern mit Kindern unter 16 Jahren ist die gemeinsame Zeit entspannend. Die Studie belegt auch einen Unterschied der Geschlechter. Die Frauen entspannen deutlich häufiger beim Lesen, die Männer beim Sport.

Deutschschweizer sind an durchschnittlich 2,2 Tagen pro Woche abends ausser Haus unterwegs. Besonders in der Kultur- und Medienbranche beschäftigte Personen sind häufig ausserhalb der eigenen vier Wände unterwegs. Auch Führungskräfte haben abends oft viel vor – aber häufig eben auch Geschäftstermine, die nicht immer einen enorm entspannenden Effekt ausüben.

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