Nahost-Konflikt: Schweizer Nothilfe für Gaza
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Nahost-KonfliktSchweizer Nothilfe für Gaza

Die Schweiz hat mit der Nothilfe für den Gazastreifen begonnen. Sie setzte für aktuelle Krise bisher 4,25 Millionen Franken ein.

Ein Team der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat am Freitag erstmals seit Beginn der israelischen Militäroperation im Gazastreifen am 27. Dezember Zugang zu dem Gebiet erhalten. Dies teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstag mit.

Drei Personen reisten über den Kontrollpunkt Erez im Norden in den Gazastreifen ein. Zusammen mit einem lokalen DEZA-Mitarbeiter und den Partnerorganisationen klären sie zurzeit die humanitären Bedürfnisse ab und beginnen mit der Nothilfe für die palästinensische Bevölkerung.

Der Zugang zum Gazastreifen bleib für Personen und Güter stark eingeschränkt und sei nur mit Bewilligung der israelischen (Übergänge Erez und Kerem Shalom) beziehungsweise ägyptischen Behörden (Übergang Rafah) möglich.

Wasser, Nahrung, Medizin und Obdach

Im Zentrum der Humanitären Hilfe des Bundes liegt die Grundversorgung mit Wasser, Nahrung, Medizin und Obdach. Schulen und psychologische Unterstützung vor allem für Kinder sind weitere Prioritäten.

Die Schweiz plant, zwanzig Kleinkinder, die eine spezialisierte Behandlung benötigen, vom Gazastriefen ins Caritas Baby Hospital nach Bethlehem zu bringen, das einzige Spital in den besetzten Palästinensischen Gebieten, das auf Kleinkinder spezialisiert ist. Die Bewilligungen lägen noch nicht vor, hiess es.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministerium forderte der bewaffnete Konflikt 1314 Todesopfer, unter ihnen 412 Kinder. 5300 weitere Personen wurden verletzt.

Erste Hilfsgüter

Ein erster Transport mit Schweizer Hilfsgütern steht seit zwei Tagen an der ägyptische-israelischen Grenze zur Einfuhr nach Israel bereit. Die Weiterfahrt sei für Sonntag geplant. Grund für die Verzögerung seien unter anderem die aufwändigen Kontrollen, sagte Toni Frisch, stellvertretender DEZA-Direktor, auf Anfrage.

Weitere Hilfsgüter werden zurzeit in Ägypten und Jordanien bereit gestellt. In Kairo sind bereits Fixatoren für die Behandlung von Brüchen eingetroffen, die für das Shifa-Spital in Gaza-Stadt bestimmt sind. Sie könnten dahin gebracht werden, sobald die Einreisebewilligung vorliege, führte das EDA weiter aus.

Insgesamt sind zurzeit zehn Personen der Humanitären Hilfe des Bundes für die Nothilfe im Gazastreifen im Einsatz. Von den 4,25 Millionen Franken für die aktuelle Krise wird das UNO-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) mit 3 Millionen unterstützt. Für eine Million Franken kauft die DEZA selber Hilfsgüter ein.

(sda)

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