Aktualisiert 01.07.2020 10:25

1500 Franken pro Person

Schweizer geben 13 Milliarden für Online-Shopping aus

Die hiesige Bevölkerung kauft wie wild in Onlineshops ein. Vor allem die Coronakrise verleiht dem Internethandel einen massiven Schub. Experten rechnen dieses Jahr mit einem Umsatzplus von bis zu 30 Prozent.

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Der Onlinehandel ist kontinuierlich gewachsen.

Der Onlinehandel ist kontinuierlich gewachsen.

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2019 kauften Schweizer für gut 10 Milliarden Franken online ein – plus 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

2019 kauften Schweizer für gut 10 Milliarden Franken online ein – plus 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Dieses Jahr dürfte das Online-Wachstum wegen der Corona-Krise bis zu dreimal so hoch ausfallen.

Dieses Jahr dürfte das Online-Wachstum wegen der Corona-Krise bis zu dreimal so hoch ausfallen.

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Darum gehts

  • Der Onlinehandel in der Schweiz wächst kontinuierlich.
  • Dieses Jahr dürfte das Wachstum im Onlinehandel dreimal so hoch ausfallen.
  • Im Schnitt gibt jeder Schweizer in diesem Jahr 1500 Franken in Onlineshops aus.

Onlineshops erleben 2020 wegen der Coronakrise einen Wachstumsschub. Gemäss Schätzungen geben Schweizer Konsumenten dieses Jahr 13 Milliarden Franken für Einkäufe im Internet aus. Das sind 3 Milliarden mehr als noch letztes Jahr. Und der Schub dürfte längerfristig anhalten.

Viele Bewohner der Schweiz haben während der Coronakrise online eingekauft. Die Bestellmengen gingen innert kurzer Zeit in die Höhe, Anbieter und Auslieferer gelangten zeitweise an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Wartezeiten nahmen massiv zu.

Nachhaltiger Wachstumssprung

Die Coronakrise habe die Menschen vor die Wahl gestellt, wochenlang auf einen Einkauf zu warten oder online einzukaufen, sagt Ralf Wölfle von der Fachhochschule Nordwestschweiz, Mitverfasser der am Mittwoch veröffentlichten E-Commerce-Studie, die Trends und Entwicklungen im Onlinehandel aufzeigt. Deswegen hätten viele erstmals den Online-Einkauf ausprobiert und dadurch Erfahrungen gesammelt, sagt Wölfle.

Auch wenn es wegen des grossen Ansturms bei den Onlinehändlern öfters zu längeren Lieferzeiten oder Engpässen im Sortiment gekommen sei, hätten viele Einkäufe bei den Konsumenten einen positiven Eindruck hinterlassen. Diese Käufer würden deshalb wohl auch künftig im Internet einkaufen. «Deswegen gehen wir davon aus, dass der Wachstumssprung, der jetzt erreicht wurde, nachhaltig ist», sagt Wölfle.

Bis zu 30 Prozent mehr Umsatz

Die Studienautoren rechnen für das Krisenjahr mit 22 bis 30 Prozent mehr Umsatz als 2019, also einem Onlineshopping-Volumen von bis zu 13 Milliarden Franken. Das würde bedeuten, dass jeder Einwohner der Schweiz – vom Baby bis zum Altersheimbewohner – 2020 im Schnitt für etwa 1'500 Franken im Internet einkaufen würde. Eingerechnet sind dabei jedoch auch Onlinekäufe von Flugtickets oder Zugbilletten.


Im vergangenen Jahr hat der Schweizer Onlinehandel bereits eine neue Stufe erreicht, indem er erstmals die 10-Milliarden-Franken-Grenze knackte. Diese Entwicklung ist gemäss den Autoren der Studie, die von Datatrans in Zusammenarbeit mit der FHNW erstellt wurde, «fabelhaft» im Vergleich zum traditionellen Detailhandel, der im selben Zeitraum nur um 0,3 Prozent zulegte.

Schubumkehr dank Corona

Gegenüber dem Vorjahr, als das Wachstum noch 10 Prozent betragen hatte, ist das Wachstum im Onlinehandel 2019 dennoch leicht abgeflacht. Doch Corona hat für eine Schubumkehr gesorgt.

Die ausländischen Onlineshops seien 2019 erstmals weniger stark gewachsen als ihre Schweizer Konkurrenten, stellte die Studie fest. Warum das so ist, kann Studienleiter Wölfle nicht mit Sicherheit sagen.

Es sei jedoch Tatsache, dass ein Grossteil des starken Wachstums der letzten Jahre bei asiatischen Anbietern verzeichnet worden sei. «Und da gibt es eine gewisse Ernüchterung über die Qualität der Waren», sagte Wölfle. Einige Schweizer dürften mit der Qualität ihrer Bestellung unzufrieden gewesen sein und seither weniger auf asiatischen Plattformen bestellen.

Über die Studie

Das ist der Commerce Report

Der Commerce Report untersucht seit 2009 Stellenwert, Wandel und Trends im Vertrieb an Endkonsumenten. Teilnehmer der Umfrage sind 35 in der Schweiz potenziell marktprägende Onlineanbieter von Konsumgütern und Dienstleistungen mit einem E-Commerce-Volumen von über 6 Milliarden Franken. Befragt werden die Teilnehmer von der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Datatrans. Der E-Commerce-Report ist kostenlos zum Download verfügbar.

(SDA)

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23 Kommentare
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JasolA

02.07.2020, 21:17

Wenn es kein parkplatz in der stadt dann online kaufen. Es gibt spediteure die liefern nicht mal mehr in die stadt da umständlich viel zeit und so zu teuer, darum gestrichen!

Schnegg

02.07.2020, 09:31

Wir haben schon immer viel online gekauft, aber seit Corona meide ich die meisten Geschäfte! Die Kunden schaffen es nicht, Abstand zu halten, und vor allem in Lebensmittelgeschäften ist der halbe Gang zugestellt mit Paletten zum Auffüllen der Regale! Über Lautsprecher wird man aber aufgefordert, Abstand zu halten - wie soll das funktionieren? Hintereinander gehen scheitert am Hintermann/-frau, da man die Karre in den Po bekommt und nebeneinander fehlt der Raum! Also kaufen wir online ein!

Charly

02.07.2020, 06:27

Ich wollte gestern eine Uhr mit Schrittzähler kaufen,aber in den meisten Geschäften kosten die 300—400 Fr.Jetzt habe ich eine wunderschöne Uhr bei Wish für Fr.22.— bestellt. Geschäften sind selber schuld.Jetzt hätten sie sie Möglichkeit die Preise zu senken.