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IndienSchweizer Paar in den Ferien brutal verprügelt

In der Nähe der indischen Touristen-Hochburg Agra ist ein Paar aus der Schweiz angegriffen worden. Passanten filmten den Angriff mit Handys.

von
ehs
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Der 24-jährige Quentin C. und seine 24-jährige Freundin Marie D. aus Lausanne sind am 22. Oktober 2017 in der indischen Stadt Fatehpur Sikri von jungen Männern angegriffen und verletzt worden.

Der 24-jährige Quentin C. und seine 24-jährige Freundin Marie D. aus Lausanne sind am 22. Oktober 2017 in der indischen Stadt Fatehpur Sikri von jungen Männern angegriffen und verletzt worden.

Twitter/indiatvnews
Der Fall beschäftigt auch die indischen Medien.

Der Fall beschäftigt auch die indischen Medien.

Twitter/INC_amiwithRG
Auch die indische Aussenministerin Sushma Swaraj hat sich eingeschaltet. Ihr Team werde mit dem Paar Kontakt aufnehmen, zudem habe sie einen Bericht angefordert, so indische Medien.

Auch die indische Aussenministerin Sushma Swaraj hat sich eingeschaltet. Ihr Team werde mit dem Paar Kontakt aufnehmen, zudem habe sie einen Bericht angefordert, so indische Medien.

Twitter/DNA

Der 24-jährige Quentin C. und seine 24-jährige Freundin Marie D. aus Lausanne sind am Sonntagnachmittag in der indischen Stadt Fatehpur Sikri nahe der bei Touristen beliebten Stadt Agra von einer Gruppe von jungen Männern angegriffen und verletzt worden.

«Wir liefen einer Bahnstrecke entlang, als die Männer uns Dinge zuriefen, die wir nicht verstanden», sagt Quentin C. der «Times of India». «Dann haben sie uns gezwungen, anzuhalten, um Selfies mit meiner Freundin zu machen.»

«Dachte, sie schlagen keine Frau»

«Die Männer versuchten, Marie näher zu kommen. Sie wollten unsere Namen wissen und wo wir in Agra schlafen», sagt C. «Sie belästigten uns. Wenig später warfen sie Steine auf mich und attackierten mich mit Stöcken.» Auch Marie D. wurde angegriffen, als sie einzuschreiten versuchte. «Ich dachte erst, sie würden eine Frau nicht schlagen», sagt sie der Zeitung. Weshalb sie angegriffen wurden, sei ihr unklar. Gerüchte, wonach sie sich geküsst hätten und dadurch einen Aufruhr veranstaltet hätten, seien nicht wahr.

Quentin C. erlitt einen Schädelbruch und einen Gehörschaden, Marie D. einen gebrochenen Arm und mehrere Beulen. Als sie am Boden gelegen seien, hätten Zuschauer damit begonnen, sie mit ihren Handys zu filmen, sagt das Paar der Zeitung.

Aussenministerin schaltet sich ein

Am Mittwochabend verhaftete die Polizei einen Verdächtigen. Sie identifizierte ihn als Bruder des Hauptverdächtigen. Das Ehepaar wurde erst in ein lokales Spital und dann nach Delhi gebracht, wo es medizinisch versorgt wurde. Offenbar reichten die Schweizer keine Anzeige ein. Die Polizei habe den Fall von sich aus untersucht, sagt der lokale Polizeichef der «Hindustan Times». Dahinter steckt laut der Zeitung auch die Sorge um die Sicherheit von Touristen. Die Region ist durch den ikonischen Taj Mahal berühmt, der jährlich von etwa vier Millionen Touristen besucht wird.

Sogar die Aussenministerin Indiens, Sushma Swaraj, hat sich in den Fall eingeschaltet. Ihr Team werde mit den Opfern Kontakt aufnehmen, sagte sie gegenüber Medien. Von den lokalen Behörden habe sie einen Bericht angefordert.

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