Mord in der Karibik: Schweizer Paar mit Brechstange erschlagen
Aktualisiert

Mord in der KaribikSchweizer Paar mit Brechstange erschlagen

Zwei Schweizer aus der Romandie sind in der Dominikanischen Republik Opfer eines brutalen Raubmordes geworden. Der Täter ist geständig.

von
Antonio Fumagalli
In der Nähe dieses Strandes im Touristenort Boca Chica in der Dominikanischen Republik wurden zwei Schweizer ermordet.

In der Nähe dieses Strandes im Touristenort Boca Chica in der Dominikanischen Republik wurden zwei Schweizer ermordet.

Im Ferienort Boca Chica im Südosten der Dominikanischen Republik ist in der Nacht auf Donnerstag ein Schweizer Paar – die 66-jährige Johanna B. und der 47-jährige Oliver G. – in ihrem Ferienhaus ermordet worden. Wie Richard De Los Santos, Oberleutnant der Mordkommission, auf Anfrage von «20 Minuten Online» sagte, wurden sie in der Ferienanlage «Mar Paraíso» rund drei Kilometer ausserhalb von Boca Chica mit einem Brecheisen erschlagen.

Der 28-jährige Mörder konnte kurz nach der Tat auf der angrenzenden Landstrasse gefasst werden. Er war zuvor aus dem Gefängnis in Najayo geflohen, wo er wegen Diebstahl, Raub und Vergewaltigung 20 Jahre hätte absitzen sollen. Bei der Festnahme trug er zahlreiche Wertgegenstände wie Computer, Uhren, Mobiltelefone und Bargeld auf sich, die aus dem Besitz des Schweizer Paares stammen sollen. Wie die Polizei mitteilt, hat er die Tat bereits gestanden.

Sein 26-jähriger Komplize, auch er ein flüchtiger Häftling, wurde ebenfalls verhaftet: Er soll den Mörder mit seinem Motorrad in die Nähe des Tatorts gefahren haben.

Vom Meer ins Haus gestiegen

«Weil die Siedlung rund um die Uhr von Sicherheitsleuten bewacht wird, kletterte der Täter vom Meer her ins Haus», so De Los Santos. Dort habe er die Frau auf der Terrasse vorgefunden, sie umgebracht und anschliessend vergewaltigt. Danach habe er sich ins Haus begeben und auch noch den Mann erschlagen. Dieser hatte vom Mord an seiner Partnerin nichts mitgekriegt, weil er stark alkoholisiert war. So schilderte der Festgenommene den Tathergang gegenüber der Polizei.

Nach der Tat suchte der Mörder wiederum über den Strand das Weite. «Wir haben ein Seil mit Blutspuren sichergestellt, das er bei der Flucht benützte», so Oberleutnant De Los Santos.

Die Opfer stammen vermutlich aus der Romandie. Laut De Los Santos wurden ihre Pässe in Lausanne ausgestellt. Zum Zeitpunkt der Tat sollen sie sich bereits zwei Monate im Land aufgehalten haben. Gemäss Berichten von lokalen Medien hätte das Paar den Winter auf der Karibikinsel verbringen wollen.

EDA klärt ab

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) konnte die Nationalität der Opfer am Sonntagabend noch nicht bestätigen. «Das EDA hat Kenntnis von dem Mord an zwei Personen ausländischer Herkunft in der Dominikanischen Republik», sagte Sprecher Adrian Sollberger auf Anfrage. Deren Identität sei aber von den zuständigen Behörden noch nicht formell bestätigt worden.

Ganz anders tönt es bei der lokalen Polizei: Laut Oberleutnant De Los Santos besteht an der Schweizer Staatsangehörigkeit der beiden Opfer kein Zweifel.

Der dominikanische Staatspräsident Leonel Fernandez hat laut Medienberichten inzwischen die Beförderung der beiden Polizeibeamten angeordnet, die den Täter festgenommen hatten.

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