Nahost-Konflikt: Schweizer Parlamentariern «gefriert das Blut»
Aktualisiert

Nahost-KonfliktSchweizer Parlamentariern «gefriert das Blut»

Vier Schweizer Parlamentarier haben sich bei einem Besuch des Gazastreifen «schockiert» erklärt über das Ausmass der Zerstörungen. Sie fordern eine «umfassende» Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen.

Die Berichte der Augenzeugen «liessen uns das Blut gefrieren», sagte Nationalrat Carlo Sommaruga (SP/GE) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Eine unabhängie Untersuchung der Verstösse gegen das Völkerrecht und das humanitäre Völkerrecht «auf beiden Seiten der Grenzen» sei umso nötiger.

So müssten Berichte über Kriegsverbechen während des Gaza- Krieges geprüft werden. Israel müsse Stellung nehmen zu den Bombardierungen, die «nichts mit der Hamas zu tun hätten».

Sommaruga verurteilte vor allem die Zerstörung ganzer Viertel, von Moscheen, Olivenhainen oder dem Treibstofflager der UNO. Nach den Berichten von Augenzeugen, die die Schweizer Parlamentarier erhielten, hätten die Palästinenser den Eindruck, dass Israel ein «Gefühl der Panik» unter der Bevölkerung im Gazastreifen schaffen wollte.

Frage der Entschädigungen klären

Die Untersuchung müsse sich auch mit der Frage von Entschädigungen befassen, fügte Sommaruga bei. Er erwähnte die Gebäude, die die Schweiz für psychiatrische Gesundheitsprojekte finanzierte, und die durch die Druckwelle der Bomben zerstört wurden.

Man müsse klären, wer den Wiederaufbau der Gebäude bezahlen müsse, erläuterte er und betonte, «Israel muss der internationalen Staatengemeinschaft Rechenschaft ablegen».

Die vier Parlamentarier fordern die Schweiz auf, sich für eine Untersuchung einzusetzen, die auch erlaube, die «legitime Sorge der Einwohner der südisraelischen Stadt Sderot zu berücksichtigen». Sie ist das Ziel der Raketenabschüsse der Hamas.

Die Schweizer Delgation, an der sich auch Jean-Charles Rielle (SP/GE), Antonio Hodgers (Grüne/GE) und Josef Zysiadis (PdA/VD) beteiligten, traf mit dem Leiter des UNO-Hilfswerks für Palästina- Flüchtlinge (UNRWA), John Ging, zusammen und besuchte Spitäler sowie verschiedene unabhängige Institutionen.

(sda)

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