Mit Zug und Auto: Schweizer pendeln häufiger und weiter

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Mit Zug und AutoSchweizer pendeln häufiger und weiter

Die Schweiz wird ihrem Ruf als Pendlernation gerecht. Wie eine neue Statistik zeigt, fahren Schweizer einen Kilometer weiter zur Arbeit als früher - dafür verzichten sie aufs Mittagessen zu Hause.

von
sma

3,7 Millionen Menschen pendeln in der Schweiz zu ihrem Arbeitsplatz. Im 2011 legten sie im Schnitt pro Weg 14,2 Kilometer zurück – das sind rund 10 Prozent respektive 1,3 Kilometer mehr als noch im 2000. Dies zeigt eine Erhebung des Bundesamts für Statistik BFS, welches die Pendlerdaten zu den Jahren 2010 und 2011 analysiert hat.

Um an ihren Arbeitsort zu gelangen, nehmen Schweizerinnen und Schweizer am Tag durchschnittlich rund eine halbe Stunde Weg auf sich - bei jedem Zehnten ist es gar mehr als eine Stunde. Das ist rund ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren und laut dem Bericht mitunter ein Grund, warum immer weniger Schweizer über den Mittag nach Hause gehen.

Laut Dirk Bruckmann vom Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich, hat die Zunahme der Pendlerströme verschiedene Ursachen: «Zum einen hat dies mit dem Bevölkerungswachstum und der Tatsache, dass sich Arbeitsplätze auf immer weniger Orten konzentrieren, zu tun.» Zum anderen seien die stark verbesserten Verkehrsverbindungen und die überteuerten Immobilienpreise in den Kerngebieten für diesen Trend verantwortlich.

Auto bleibt Spitzenreiter – Bahn holt auf

Obwohl über die Hälfte der Pendler für ihren Arbeitsweg auch heute noch das Auto benutzen, geht dieser Anteil zugunsten der Bahn seit der Jahrtausendwende leicht zurück.

16 Prozent der Schweizer pendeln heute mit dem Zug zur Arbeit – das sind fünf Prozent mehr als bei der letzten Erhebung. «Die Bahn ist durch den massiven Angebotsausbau im Vergleich zum Auto konkurrenzfähiger geworden», erklärt Bruckmann weiter. Pendler würden heutzutage viel rational entscheiden. «Durch das mobile Internet können sie ihren Arbeitsweg im Zug effizienter nutzen.»

Obwohl der öffentliche Verkehr insgesamt – inklusive Bus und Tram – zwar leicht abgenommen hat, steht er vor allem bei der städtischen Bevölkerung noch immer hoch im Kurs. 44 Prozent der Städter benutzten 2011 den ÖV zur Arbeit, auf dem Land waren es nur 29 Prozent.

Deutschschweizer fahren doppelt so viel Velo wie Romands und Tessiner

Doch nicht nur zwischen Stadt und Land tun sich Unterschiede auf, auch der berühmte Röstigraben kommt in den Daten zum Vorschein. Während im Tessin und der Westschweiz das Auto einen höheren Stellenwert besitzt als in der Deutschschweiz, ist hier das Velo deutlich wichtiger als in den übrigen Landesteilen: Sein Anteil an den Hauptverkehrsmitteln ist in der Deutschschweiz mit acht Prozent mehr also doppelt so hoch wie in der Romandie und im Tessin.

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