Aktualisiert 30.06.2016 17:50

Mittelmeer

Schweizer Pilot rettet über 100 Flüchtlinge

Eine Woche nach dem Start konnte die Humanitäre Piloteninitiative (HPI) bereits rund 125 Flüchtlingen zur Rettung verhelfen.

von
jeb
1 / 3
Vom Flugzeug aus wird nach Flüchtlingen in Seenot ausschau gehalten.

Vom Flugzeug aus wird nach Flüchtlingen in Seenot ausschau gehalten.

ZVG
Dieses Boot wurde entdeckt.

Dieses Boot wurde entdeckt.

ZVG
Helfer der Der Kern der Schweizer Piloteninitiative besteht aus Iwan Konrad, den Piloten Fabio Zgraggen und Samuel Hochstrasser und dem Flugzeugmechaniker und Piloten Florian Gmünder (v.l.n.r.).

Helfer der Der Kern der Schweizer Piloteninitiative besteht aus Iwan Konrad, den Piloten Fabio Zgraggen und Samuel Hochstrasser und dem Flugzeugmechaniker und Piloten Florian Gmünder (v.l.n.r.).

ZVG

Vor einer Woche startete Privatpilot, Gleitschirmlehrer und Grafikdesigner Fabio Zgraggen (30) aus Gais AR nach Tunesien, um von dort aus übers Mittelmeer zu fliegen und Flüchtlinge in Seenot aufzuspüren. Die Aktion ist bereits ein Erfolg: «Schon beim ersten Suchflug konnten in Seenot geratene Flüchtlingsboote lokalisiert und der Rettungsleitstelle gemeldet werden», teilte er am Donnerstag mit. Über hundert Menschen konnten gerettet werden.

Zusammen mit einem Kollegen der Organisation Sea-Watch startete Zgraggen am Mittwoch zu seinem ersten Flug. Während der fünf Stunden in der Luft entdeckten sie zwei Schlauchboote mit Flüchtlingen, die in Seenot geraten waren. Die Position der Boote wurde der Bodencrew in Tunesien mitgeteilt. Diese informierte darauf Seerettungsorganisationen in Italien, die darauf Rettungsaktionen starteten. Die Flüchtlinge konnten gerettet werden. Noch auf hoher See wurden die Flüchtlinge den Behörden oder Hilfsorganisationen übergeben, die für die sichere Überführung nach Italien sorgen.

«Es war wichtig zu erfahren, dass unser Konzept funktioniert und wir auf diese Weise den Menschen helfen können» erzählt Co-Pilot Samuel Hochstrasser (35) aus Gais, der noch in der Ostschweiz weilt. Bald werde er nach Tunesien reisen, um ebenfalls bei den Einsätzen mitzufliegen.

Situation angespannt

Es zeige, dass die Flüchtlingssituation am Mittelmeer weiterhin angespannt bleibe, teilten die Ostschweizer Piloten am Donnerstag mit. «Gute Wetterprognosen und eine ruhige See lassen vermuten, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Flüchtlinge eine Mittelmeerüberfahrt wagen werden.» Deshalb wollen die Ostschweizer wie geplant weitere Suchflüge durchführen. Sie suchen auch noch weitere Piloten für ihr Flugzeug, eine Ikarus C42, die ebenfalls Einsätze fliegen möchten.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.