Paris statt Bern : Schweizer Politiker zieht es ins Ausland
Aktualisiert

Paris statt Bern Schweizer Politiker zieht es ins Ausland

Schweizer Parlamentarier reisen öfter ins Ausland als früher. SVP-Nationalrat Lukas Reimann kritisiert diesen Trend und fordert mehr Zurückhaltung.

von
ala
Auf und davon: Die Schweizer Parlamentarier sind letztes Jahr 466 Mal ins Ausland gereist. (Symbolbild)

Auf und davon: Die Schweizer Parlamentarier sind letztes Jahr 466 Mal ins Ausland gereist. (Symbolbild)

Die Schweizer Parlamentarier sind auf Achse: Sie haben im letzten Jahr 466 Reisen ins Ausland getätigt – das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahr, als die Parlamentarier noch auf 302 Reisen kamen. Das zeigt eine Statistik das Nationalratsbüros, das damit einen Vorstoss von SVP-Nationalrat Lukas Reimann beantwortet.

Die vielen Reisen ins Ausland zeigen gemäss der NZZ, dass die internationalen Kontakte für die Parlamentarier wichtiger werden. Zudem habe auch die Reisefreudigkeit des letztjährigen Ständeratspräsidenten Filippo Lombardi die Statistik nach oben ausschlagen lassen.

Mit der Anzahl Auslandreisen steigen auch die Kosten für den Steuerzahler: Im letzten Jahr waren es rund 520'000 Franken, die dafür ausgegeben wurden. Im Jahr davor waren es erst 329'000 Franken gewesen.

Parlamentarier «lernen im Ausland»

SP-Nationalrat Carlo Sommaruga erklärt den Trend damit, dass sich viele Dossiers wie Handel oder Migration heute nicht mehr auf die nationale Ebene beschränkten. Zudem würden die Parlamentarier aus den internationalen Kontakten lernen. «Der Nutzen ist unleugbar, und er wiegt die Kosten auf», sagt Sommaruga.

SVP-Nationalrat Reimann hingegen ist der Meinung, die Parlamentarier würden es mit ihren Auslandreisen übertreiben. Das Parlament «würde gut daran tun, sich und seinen Präsidenten gewisse Limiten zu setzen». Mehr Reisetätigkeit bringe nicht unbedingt mehr Mitwirkung in internationalen Dossiers, so Reimann: «Die Hauptarbeit muss in Bern geleistet werden.»

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