Neue Corona-Variante – Schweizer Politikerinnen fordern Einreisestopp für Südafrika
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Neue Corona-VarianteSchweizer Politikerinnen fordern Einreisestopp für Südafrika

Wegen einer neuen Corona-Mutation schränken einige Länder den Reiseverkehr nach Südafrika ein. Nun müsse auch die Schweiz rasch handeln, fordern Gesundheitspolitikerinnen.

von
Bettina Zanni
Noah Knüsel
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Erste Länder ergreifen bereits wegen B.1.1.529 Massnahmen. Die Schweiz solle nachziehen, finden Politikerinnen.

Erste Länder ergreifen bereits wegen B.1.1.529 Massnahmen. Die Schweiz solle nachziehen, finden Politikerinnen.

20min/Marco Zangger
Etwa die Niederlande, Österreich und Grossbritannien schränken den Reiseverkehr mit einigen südafrikanischen Ländern bereits ein.

Etwa die Niederlande, Österreich und Grossbritannien schränken den Reiseverkehr mit einigen südafrikanischen Ländern bereits ein.

20min/Marco Zangger
«Stand jetzt plant Swiss, den Flugbetrieb nach Südafrika aufrechtzuerhalten, um weiterhin Passagiere nach Hause zu befördern und Fracht zu transportieren», sagt Swiss-Mediensprecherin Meike Fuhlrott.

«Stand jetzt plant Swiss, den Flugbetrieb nach Südafrika aufrechtzuerhalten, um weiterhin Passagiere nach Hause zu befördern und Fracht zu transportieren», sagt Swiss-Mediensprecherin Meike Fuhlrott.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • In Südafrika ist eine neue Corona-Variante aufgetaucht.

  • Nachdem bereits verschiedene Länder Massnahmen ergriffen haben, fordern Politikerinnen nun auch für die Schweiz einen Einreisestopp.

  • Fürs Abwarten plädiert dagegen FDP-Nationalrat Marcel Dobler.

Eine neue Variante des Coronavirus, die sich in Südafrika verbreitet, sorgt für Besorgnis (siehe Box): Erste Länder ergreifen bereits wegen B.1.1.529 Massnahmen: So schränken etwa die Niederlande, Österreich und Grossbritannien den Reiseverkehr mit einigen südafrikanischen Ländern bereits ein.

Mehrere Gesundheitspolitikerinnen fordern nun ein rasches Handeln und einen Einreisestopp aus Südafrika: «Die Schweiz darf den anderen Ländern nicht immer hinterherhinken», sagt etwa SVP-Nationalrätin Verena Herzog.

Tests und Quarantäne für Schweizerinnen und Schweizer

«Wenn sich andere Länder Reisestopps nach Südafrika trauen, sollten auch wir nachziehen», so Herzog weiter. Es lohne sich jetzt überall vorsichtig zu sein. «Schliesslich wollen wir einen erneuten Teil-Shutdown verhindern.»

Auch Mitte-Nationalrätin Ruth Humbel fordert einen Einreisestopp: «Bei neuen Varianten, die klar von einem bestimmten Ort ausgehen, müssen wir vorsorglich handeln.» Zudem müssten Schweizerinnen und Schweizer, die aus Südafrika heimreisten, in Quarantäne geschickt werden.

«Flüge streichen ist momentan unvernünftig»

Fürs Abwarten plädiert dagegen FDP-Nationalrat Marcel Dobler: «Auf Vorrat Flüge zu streichen, finde ich bei der momentan dünnen Faktenlage zu dieser Mutation unvernünftig.» Auch seien Einreisesperren nicht in jedem Fall die beste Lösung. «In einem ersten Schritt müsste abgeklärt werden, ob Reisequarantänen und Tests genügen.»

Doch auch Dobler ist beunruhigt über die neue Mutante: «Das Gefährliche dabei ist, dass man nicht weiss, wie gut unsere Impfungen dagegen wirken.»

«Swiss plant, Betrieb aufrechtzuerhalten»

Die Fluggesellschaft Swiss schränkt Flüge nach Südafrika zurzeit nicht ein. «Stand jetzt plant Swiss, den Flugbetrieb nach Südafrika aufrechtzuerhalten, um weiterhin Passagiere nach Hause zu befördern und Fracht zu transportieren», sagt Swiss-Mediensprecherin Meike Fuhlrott. «Wir stehen hierzu in engem und fortlaufendem Kontakt mit den Behörden und werden allfällige Anpassungen der Vorgaben für unseren Flugbetrieb unmittelbar umsetzen.»

Die Swiss prüfe zudem aktuell eine Änderung der sanitarischen Bestimmungen für Flüge von und nach Südafrika, so Fuhlrott.

BAG analysiert Daten

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) analysiert laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA die vorhandenen Daten. Die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO über die Coronavirus-Variante B.1.1.529 und deren Gefährlichkeit werde ebenfalls Einfluss auf das weitere Vorgehen der Schweiz haben.

WHO-Experten und -Expertinnen beraten über neue Variante

Die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifiziert die neue Mutante derzeit als «Variant under monitoring». Am Freitag wollen WHO-Experten und -Expertinnen über die Mutation beraten. Sie könnte anschliessend zur «Variant of interest» oder «Variant of concern» hochgestuft werden. Zu letzterem zählt unter anderem die in der Schweiz dominierende Delta-Variante.

«Wir wissen noch nicht viel», sagte WHO-Ärztin Maria van Kerkhove am Donnerstag. Klar sei aber, dass die Variante viele Mutationen aufweise. «Je stärker das Virus zirkuliert, desto mehr Chancen hat es, zu mutieren», so van Kerkhove weiter. «Lassen Sie sich darum impfen, wenn Sie können.»

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