Aktualisiert 04.03.2011 13:03

Vermisste ZwillingeSchweizer Polizei sucht in Korsika nach Zwillingen

Die Polizei konzentriert ihre Suche nach den vermissten Zwillingsschwestern Alessia und Livia auf Korsika. Unterstützung erhält sie hierfür von zwei Schweizer Polizisten.

Fieberhaft hat die Polizei auf Korsika und in Italien die Suche nach den vermissten Schweizer Zwillingsschwestern Alessia und Livia fortgesetzt. Auf Korsika sind am Samstag zudem zwei Schweizer Polizisten zur Unterstützung der lokalen Polizei eingetroffen.

Durchsucht wurde am Samstag vor allem die Gegend im äussersten Norden der Insel Korsika. Polizisten gingen im Ort Macinaggio von Haus zu Haus und zeigten den Menschen Fotos der Mädchen. Dies, weil das Auto des Vaters am 1. Februar in dieser Ortschaft gesehen worden war.

Unterstützung aus Marseille

Im Einsatz standen neben lokalen Polizisten auch je zwei Beamte aus Marseille und aus dem Waadtland. Die Schweizer Polizisten waren am Samstag in Korsika eingetroffen. Es handelt sich gemäss Angaben des Sprechers der Waadtländer Polizei um den Schweizer Verantwortlichen für die Suche und um ein Mitglied des Wissenschaftlichen Dienstes.

In der Gegend von Macinaggio hatte die Familie der Kinder in der Vergangenheit Ferien verbracht. Die Ermittler gingen von der Annahme aus, dass der Vater möglicherweise die Leichen der Mädchen in der Gegend vergraben haben könnte. In einem Brief hatte der Vater kurz vor seinem Selbstmord von der Tötung der sechsjährigen Mädchen geschrieben.

Zeuge aus Ascoli

Der Augenzeugenbericht eines Barmannes aus Ascoli in Mittelitalien stellt dieses Szenario allerdings in Frage. Der Mann sagte aus, er habe den Vater und die Mädchen am 2. Februar gesehen. Fünf Gäste seiner Bar hätten seine Beobachtung bestätigt. Aus der Region um Ascoli stammt die Mutter der Zwillinge.

Aufschluss geben über die Aufenthaltsorte des Vaters könnte das Navigationsgerät, das er in seinem Auto benutzt hatte. Nach dem Selbstmord des Vaters im süditalienischen Cerignola wurde zwar das Auto gefunden, nicht jedoch das Navigationsgerät. Am Samstagmorgen suchte daher die italienische Polizei nach dem Gerät.

Fest steht, dass der Vater am 1. Februar Korsika bei Bastia Richtung der französischen Hafenstadt Toulon verlassen hatte. Bei der Abreise soll er nach bisherigen Angaben alleine gewesen sein. Am 3. Februar brachte sich der Mann in Cerignola um. Von den Mädchen fehlt seit dem 1. Februar jede gesicherte Spur.

Appell der Mutter

Die französischen Ermittler auf Korsika möchten offenbar, dass ihnen die Mutter der Kinder aus dem waadtländischen Saint-Sulpice bei der Suche nach den beiden Mädchen vor Ort hilft. Dies verlautete am Samstag aus Untersuchungs-Quellen.

«Die Präsenz der Mutter würde uns erlauben, alle Orte aufzusuchen, wo sich die Familie während der Ferien vor einigen Jahren aufgehalten hat», sagte einer der Ermittler gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Er gab aber nicht bekannt, ob der Mutter bereits eine entsprechende Anfrage übermittelt worden war.

Auch die Mutter selbst rief öffentlich dazu auf, weiter nach ihren Töchtern zu suchen. «Trotz der schlechten Neuigkeiten, die ich erhalten habe, fühlt mein Mutterherz, dass meine Mädchen am Leben sind», sagte sie am Freitag gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

«Ich bitte Sie, suchen Sie weiter [...]! Es kann nicht sein, dass meine kleinen Zwillinge tot sind.»

(sda)

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