Optimismus für 2020: Schweizer rechnen mit mehr Geld im neuen Jahr

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Optimismus für 2020Schweizer rechnen mit mehr Geld im neuen Jahr

Auf ihre eigenen finanziellen Verhältnisse blicken Schweizer optimistisch: Viele glauben sogar, dass sie 2020 mehr Geld auf dem Konto haben werden.

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bsc
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Viele Schweizer rechnen damit, dass sie 2020 mehr Geld auf dem Konto haben werden.

Viele Schweizer rechnen damit, dass sie 2020 mehr Geld auf dem Konto haben werden.

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Diesen Optimismus begründen viele mit einem Wechsel oder einem Wechsel des Partners zu einem besser bezahlten Job.

Diesen Optimismus begründen viele mit einem Wechsel oder einem Wechsel des Partners zu einem besser bezahlten Job.

Keystone/Christian Beutler
33 Prozent sagen in einer Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis.ch, dass sie im neuen Jahr auf mehr Geld hoffen.

33 Prozent sagen in einer Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis.ch, dass sie im neuen Jahr auf mehr Geld hoffen.

Comparis.ch

Fürs neue Jahr zeigen sich die Schweizer optimistisch: Ein Drittel rechnet damit, 2020 mehr Geld auf dem Konto zu haben. Das zeigt eine Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis.ch. Diesen Optimismus begründen viele mit einem Wechsel oder einem Wechsel des Partners zu einem besser bezahlten Job.

Ganz unbegründet ist diese positive Einstellung nicht. Schliesslich waren Ende Dezember noch 199'000 Stellen offen – so viele wie noch nie. Wer einen neuen Job sucht, hat also im Moment eine Rekordauswahl.

Negativzinsen trüben die Stimmung

Aber nicht alle Schweizer zeigen sich optimistisch fürs neue Jahr, wenn es ums Geld geht. Grund dafür sind die Negativzinsen. Diese bereiten über 40 Prozent der Befragten Sorgen. Wobei das Thema 18- bis 35-Jährige weniger beängstigt als die über 55-jährigen Schweizer. Auch beschäftigen sich Deutschschweizer weniger mit den Negativzinsen als die Welschen.

«Offenbar ist das Thema Strafzinsen für viele noch zu abstrakt», erklärt Comparis-Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn in einer Mitteilung. Dabei haben 2019 mehrere Banken den Negativzins für Privatkunden eingeführt.

Bei der Credit Suisse und der UBS gilt für Kunden mit über 2 Millionen Franken auf dem Konto ein Negativzins von minus 0,75 Prozent. Kunden der Postfinance zahlen teils bereits ab einem Vermögen von 250'000 Franken Negativzinsen. Deshalb stellt sich die Frage, ob 2020 auch Kleinsparern ein Strafzins droht.

Die meisten sehen keinen Handlungsbedarf

Die meisten Schweizer zeigen sich aber nicht sehr beeindruckt von den Strafzinsen. Über die Hälfte glaubt, dass die Negativzinsen keinen Einfluss auf ihr Vermögen haben werden. Nur gerade einmal 13 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Finanzlage im kommenden Jahr. Im Vergleich zur Umfrage vor vier Jahren hatten sich noch deutlich mehr Leute Sorgen um ihr Geld gemacht.

Deshalb sehen die meisten Befragten auch keinen Handlungsbedarf. Einige Befragte, die sich vor den Negativzinsen fürchten, legen ihr Geld in einen Tresor. Weitere 10 Prozent überlegen sich einen Bankwechsel und 15 Prozent der Befragten investieren in Fonds und Aktien. 17 Prozent der Schweizer möchten wegen den Negativzinsen gar mehr sparen (siehe Box).

Für die Umfrage wurden im Dezember 1021 Personen in allen Regionen der Schweiz durch das Marktforschungsinstitut Innofact befragt.

Sparen bei Negativzinsen:

Eigentlich gilt: Wer sein Geld auf einem Sparkonto hat, erhält von der Bank jährlich Zinsen. Damit vermehrt sich das Geld automatisch. Weil die Zinsen aber seit langem sehr tief sind, erhalten die Sparer kaum mehr Zinsen. Teils passiert gar das Gegenteil: Vor rund fünf Jahren hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) Negativzinsen auf Girokonten der Banken eingeführt. Diese Belastung wälzen immer mehr Banken auf ihre Kunden ab. Das heisst: Sparer werden ab einem bestimmten Vermögen mit einer Gebühr bestraft. Kleinsparer müssen aber derzeit noch keinen Strafzins zahlen. Laut Experten könnte sich das aber schon bald ändern.

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