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Experte verteidigt ihnSchweizer Reiter Godel wird als Mörder beschimpft und löscht Insta-Post

Nach einem schweren Unfall musste das Pferd des Schweizer Olympia-Teilnehmers Robin Godel eingeschläfert werden. Auf Social Media wurde er daraufhin heftig angefeindet.

von
Nils Hänggi
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Diesen emotionalen Insta-Post hat Robin Godel mittlerweile gelöscht. 

Diesen emotionalen Insta-Post hat Robin Godel mittlerweile gelöscht.

Instagram
Nach einem schweren Unfall musste das Pferd des Schweizer Olympia-Teilnehmers Robin Godel eingeschläfert werden.

Nach einem schweren Unfall musste das Pferd des Schweizer Olympia-Teilnehmers Robin Godel eingeschläfert werden.

REUTERS
Daraufhin wurde der Schweizer Reiter heftig angefeindet.

Daraufhin wurde der Schweizer Reiter heftig angefeindet.

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Darum gehts

  • Am Sonntag verunglückte das Pferd Jet Set (14) des Schweizer Reiters Robin Godel in Tokio so schwer, dass es eingeschläfert werden musste.

  • Daraufhin wurde der 22-Jährige auf Social Media angefeindet.

  • Sein Gedenk-Post auf Instagram löschte der Reiter.

Tragische Nachrichten erreichten die Schweiz am Sonntagmorgen aus Tokio! So ereignete sich im Verlauf des Geländetags des Concours Complet an den Olympischen Spielen ein schlimmer Unfall. Bei der Landung nach dem fünftletzten Sprung zog sich der 14-jährige Wallach Jet Set, geritten vom Schweizer Robin Godel, einen schweren Bänderriss am rechten Vorderbein zu. Aufgrund der Schwere der Verletzung und den den damit einhergehenden Schmerzen musste das Pferd kurz darauf eingeschläfert werden.

Godel selbst äusserte sich daraufhin auf Instagram in einem emotionalen Post. Zu einem Bild, das den 22-Jährigen mit dem nun toten Pferd zeigt, schrieb er: «Schweren Herzens bedauere ich den viel zu schnellen Abgang meines geliebten Jet-Sets, der sich beim Langlauf hier in Tokio einen Bänderriss zugezogen hat.» Jet sei ein hervorragendes Pferd gewesen, das wieder einmal einen grossartigen Geländelauf absolviert habe. «Er ging dem nach, was er am liebsten tat: galoppieren und über die Hindernisse fliegen», so Godel. Er schliesst mit den Worten, dass er nun Ruhe brauche.

Diese hat Godel aber nicht bekommen. Auf Social Media wurde der 22-Jährige angefeindet und persönlich attackiert. Der Freiburger wurde als Mörder und Tierquäler beschimpft. Die Anfeindungen und Beleidigungen gingen soweit, dass Godel mittlerweile reagiert und den Insta-Post entfernt hat. Und gegenüber dem «Blick» verteidigte er die Einschläferung: «Es war schnell klar, das Jet Set ein hoffnungsloser Fall ist. Ihn am Leben zu lassen, wäre nicht zu seinem Wohle gewesen.» Den Entscheid, Jet Set einzuschläfern, habe er darum nie bereut.

Experte verteidigt Einschläferung

Das Bittere: Die Beschimpfungen sind grundlos. Im Gespräch mit 20 Minuten erklärte Rolf Hanimann, langjähriger Bündner Kantonstierarzt und Coaching-Experte: «Bei einem Pferd sind Frakturen oder Bänderrisse grundsätzlich schwer operabel.» Die Belastungen für diese Körperpartien seien um ein Vielfaches grösser als bei Menschen.

In der Humanmedizin versuche man, die Funktion eines gerissenen Bandes wiederherzustellen und könne die Patientin oder den Patienten in diesen Prozess einbinden. «Ein Pferd kann man aber nicht auf Krücken herumlaufen lassen», sagt Hanimann. Man könne dem Tier auch nicht verständlich machen, dass es die operierten Stellen längere Zeit schonen müsse – es würde sein verletztes Bein von Anfang an voll belasten. Ein Gips komme bei einem Fluchttier wie dem Pferd zudem nicht in Frage, ebenso wenig wie es wochenlang in einem speziellen Geschirr aufzuhängen.

Den Vorwurf, ein Pferd leide im Spitzensport unter seinen Aufgaben, lässt er nicht gelten: «Man tut alles, damit die Tiere das möglichst gut vertragen, vom Training bis zur Ernährung».

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