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Strom abgestelltSchweizer Salafisten in Istanbul unerwünscht

Die Konferenz des Islamischen Zentralrats wurde verhindert. Laut einem Konferenzteilnehmer hat die Schweiz die Türkei vorgewarnt.

Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats Schweiz, an einer Medienorientierung in Zürich. Foto: Keystone

Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats Schweiz, an einer Medienorientierung in Zürich. Foto: Keystone

Wenn es nach dem Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) geht, wird die Islamophobie in der Schweiz ein zunehmendes Problem für die hier lebenden Muslime. Die BVK-Personalvorsorge des Kantons Zürich verweigerte dem Islamrat für die Konferenz «Longing for peace» (Sehnsucht nach Frieden) die Räume im Oerliker World Trade Center zu vermieten. Der IZRS verlegte die Konferenz in ein muslimisches Land und wählte kurzerhand Istanbul als Veranstaltungsort.

Wie IZRS-Pressesprecherin Janina Rashidi in einer E-Mail schreibt, versäumte es die mit der Konferenzorganisation beauftragte Firma jedoch, eine Bewilligung einzuholen. Das berichtet der «Tages-Anzeiger». Die Polizei habe dann das Wyndham Grand Hotel am Vorabend der Konferenz auf das Fehlen der Genehmigung aufmerksam gemacht. Die Angelegenheit sei für den IZRS und die Konferenzteilnehmer ärgerlich gewesen, schreibt Rashidi weiter. «Ein bisschen mehr Flexibilität hätten wir von den türkischen Behörden sehr wohl erwartet.»

Bildstrecke – Geplant und abgesagt: ISZR-Veranstaltung in Zürich

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Sie führen den Zentralrat
Sie führen den Zentralrat

IZRS-Präsident Nicolas Blancho (links) und Vorstandsmitglied Qaasim Illi. Foto: Peter Schneider (Keystone)

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Provokative Ortswahl
Provokative Ortswahl

Hier, im Oerliker World Trade Center, hätte die Islamkonferenz stattfinden sollen. Daraus wird nun nichts.

kein Anbieter/Sabina Bobst
Demo an Weihnachten
Demo an Weihnachten

Der IZRS provozierten bereits mit der auf Heiligabend 2016 angesetzten Demonstration auf dem Helvetiaplatz. Foto: Keystone

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Was sich nachfolgend abspielte, kann man einem ausführlichen Bericht des amerikanischen Komikers Aman Ali auf Facebook entnehmen. Ali hätte die Konferenz moderieren sollen. «Ich wurde am letzten Wochenende in der Türkei fast verhaftet, weil ich Witze erzählte. Jawohl, Witze.» Er sei kurz vor Konferenzbeginn eingetroffen, und da hätten ihm die Organisatoren gesagt, es gebe ein paar Probleme mit der Tonüber­tragung. «Ich fand dann heraus, dass diese Verzögerungen mit türkischen Polizisten zu tun hatten, die versuchten, die Veranstaltung zu stoppen, und das Hotel anwiesen, den Strom im Konferenzraum abzuschalten.»

Laut Komiker Ali sind die türkischen Behörden von der Schweiz vorgewarnt worden. Die Organisatoren hätten dann zwar noch versucht, beim türkischen Innenministerium zu intervenieren – aber ohne Erfolg.

(Übernommen von «Tages-Anzeiger», bearbeitet durch 20 Minuten)

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