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Münchner SchlägerprozessSchweizer Schläger müssen weiter schmoren

Mit dem Urteil gegen die drei Schweizer Schläger, die in München vor Gericht stehen, ist nicht vor Ende Juni zu rechnen.

Das Gericht setzte fünf weitere Verhandlungstermine fest, wie Gerichtssprecherin Margarete Nötzel vor den Medien sagte. Bestimmt seien der 28. April, der 12. Mai, der 2., der 16. und der 23. Juni. Ein Urteil an diesem letzten Datum sei angesichts des Terminplanes des Gerichts aber nicht wahrscheinlich.

Am 16. Juni sollen zwei damalige Mitschüler der Angeklagten per Videokonferenz als Zeugen befragt werden. Sie hatten im Juni 2009 auch an der Abschlussreise der Weiterbildungs- und Berufsfachschule Küsnacht ZH nach München teilgenommen. Nach der Tat waren sie kurzzeitig auch festgenommen worden. Die Verfahren wegen Beihilfe und unterlassene Hilfeleistung wurden jedoch eingestellt. Zu einer Zeugenvernehmung im März waren die beiden nicht erschienen. Sie hatten auf die damit verbundene schwere psychische Belastung hingewiesen.

Psychiater und Psychologe erst zum Schluss

Am Dienstag standen die Mütter von zwei der Jugendlichen vor Gericht. Sie machten als Zeuginnen Angaben zur den persönlichen Verhältnissen. «Die beiden sind angehört worden, mehr ist dazu nicht zu sagen», erklärte Gerichtssprecherin Nötzel. Die anderen Elternteile hätten keine Aussagen machen wollen. Als Angehörige der Angeklagten haben sie dazu das Recht.

Erst wenn die Beweisaufnahme abgeschlossen ist, kommen auch der psychiatrische Gutachter und der psychologische Gutachter zu Wort. Nach ursprünglichem Programm hätten sie bereits befragt werden sollen.

Hinter verschlossenen Türen

Gericht, Staatsanwaltschaft und Anwälte führten am Mittwoch ein Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen. Weder über den Inhalt noch über das Ergebnis des Gesprächs wurde etwas bekannt gegeben.

Die drei damals 16-jährigen Berufsschüler aus Küsnacht an der Zürcher Goldküste haben am 30. Juni 2009 in der Münchner Innenstadt fünf Menschen brutal zusammengeschlagen und teils lebensgefährlich verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord und schwere Körperverletzung vor.

Die Verhandlungen begannen am 10. März. Sie erfolgen unter striktem Ausschluss der Öffentlichkeit. Die drei Jugendlichen verweigern jegliche Aussage. Bei einem Schuldspruch haben sie mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren zu rechnen.

(sda)

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