Statistik: Schweizer Schleckmäuler gehen fremd

Aktualisiert

StatistikSchweizer Schleckmäuler gehen fremd

Schweizer mögen Süsses: 2009 sind hierzulande pro Kopf 3,4 Kilo Bonbons verspeist worden. Das sind nur 100 Gramm weniger als im Jahr davor. Ausländische Schleckereien sind aber beliebter als einheimische Produkte.

Einen Berg von 26 496 haben die Schweizerinnen und Schweizer verdrückt - immer öfter darfs auch Schoggi aus dem Ausland sein.

Einen Berg von 26 496 haben die Schweizerinnen und Schweizer verdrückt - immer öfter darfs auch Schoggi aus dem Ausland sein.

Der Marktanteil der Schweizer Firmen ging von 30,1 auf 27,8 Prozent zurück, wie der Schweizerische Verband der Backwaren- und Zuckerwaren-Industrie Biscosuisse am Montag mitteilte. Die Unternehmen mussten auf ihrem Heimmarkt einen Umsatzrückgang von 6,5 Prozent auf 102 Mio. Fr. hinnehmen.

Mengenmässig sank ihr Absatz um 8,9 Prozent auf 7370 Tonnen. Der Verkauf von importierten Bonbons stieg dagegen um 1,9 Prozent auf 21 836 Tonnen. Insgesamt wurden 2009 in der Schweiz 26 496 Tonnen einheimische und importierte Zuckerwaren abgesetzt. Der Anteil an zuckerfreien Artikeln ging von 23,7 auf 22,9 Prozent zurück.

Ungünstige Wechselkurse

Der gesamte Absatz der Schweizer Zuckerwaren-Hersteller - also der Inland-Konsum und die Exporte - stieg zwar um 2,1 Prozent auf 29 206 Tonnen. Wegen der Einbussen im Inland, aber auch wegen der unvorteilhaften Wechselkurse sank der Umsatz der Branche gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 327 Mio. Franken.

Steigende Verkäufe meldete Biscosuisse für Hartbonbons (+6,0 Prozent) sowie Gelée- und Gummibonbons (+4,0 Prozent). Rückläufig war der Absatz von Weichbonbons, Dragées und anderen geformten Zuckerwaren.

Export-Anteil gesteigert

Im Export-Geschäft konnten die Schweizer Produzenten das Volumen um 6,4 Prozent auf 21 836 Tonnen steigern. Der Umsatz verharrte aber bei 225 Mio. Franken. Der im Vergleich zu anderen Branchen der Nahrungsmittel-Industrie bereits hohe Export-Anteil an der gesamten Produktion stieg von 71,7 Prozent weiter auf 74,8 Prozent.

Wichtigster Export-Markt war auch im Jahr 2009 Deutschland mit einem Anteil von 23,3 Prozent an den gesamten Ausfuhren, gefolgt von den USA (20,5 Prozent), Frankreich (12,9 Prozent) und den Niederlanden (7,7 Prozent).

Gemäss Biscosuisse konnten die Hersteller ihre Position in mehreren EU-Ländern ausbauen, darunter Deutschland, Finnland, Portugal, Slowenien, Spanien und Grossbritannien. Mehrverkäufe meldete die Branche ferner aus China, Japan, Kanada und den USA. Einbussen gab es in Frankreich, Österreich und Norwegen. Weniger wurde unter anderem auch in Hongkong abgesetzt.

Hochgesteckte Ziele

Die Schweizer Zuckerwaren-Industrie umfasst 14 Unternehmen, die rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Die Branche hat sich zum Ziel gesetzt, das an ausländische Hersteller verlorene Terrain auf dem Inland-Markt zurückzugewinnen. Gleichzeitig soll das Export-Geschäft weiter ausgebaut werden.

Wie die Bonbon-Hersteller hatte zuvor auch die Schokolade-Industrie für 2009 einen rückläufigen Umsatz vermeldet: Deren Verkäufe fielen um 6,4 Prozent auf 1,702 Mrd. Franken. Mengenmässig ging der Absatz in der Schweiz um 6,9 Prozent zurück, im Ausland um 5,2 Prozent. (sda)

Deine Meinung