Silvester: Schweizer schmuggeln Feuerwerkskörper
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SilvesterSchweizer schmuggeln Feuerwerkskörper

Für Knallkörper gelten in der Schweiz strenge Einfuhrbestimmungen. Ein Augenschein in Vorarlberg zeigt: Manche junge Schweizer lassen diese jedoch kalt.

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fej
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Feuerwerkskörper für Silvester sind beliebt. Doch nicht alle sind zugelassen in der Schweiz. Trotzdem stellt das Grenzwachtkorps III jeweils fest, dass an Silvester unzählige Feuerwerkskörper  in die Schweiz eingeführt werden.

Feuerwerkskörper für Silvester sind beliebt. Doch nicht alle sind zugelassen in der Schweiz. Trotzdem stellt das Grenzwachtkorps III jeweils fest, dass an Silvester unzählige Feuerwerkskörper in die Schweiz eingeführt werden.

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Auf der Verbotsliste stehen zum Beispiel sogenannte «Lady-Crackers», die länger als 22 Millimeter sind und einen grösseren Durchmesser als 3 Millimeter aufweisen.

Auf der Verbotsliste stehen zum Beispiel sogenannte «Lady-Crackers», die länger als 22 Millimeter sind und einen grösseren Durchmesser als 3 Millimeter aufweisen.

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Dasselbe gilt für «Knallteufel» mit einem Satzgewicht über 2,5 Milligramm.

Dasselbe gilt für «Knallteufel» mit einem Satzgewicht über 2,5 Milligramm.

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Vor Silvester stellt das Grenzwachtkorps (GWK) jeweils fest, dass zahlreich Feuerwerk vom Ausland in die Schweiz eingeführt wird. In einer Medienmitteilung weist das GWK darauf hin, dass pro Person im Grenzverkehr nur pyrotechnische Gegenstände bis zu einem Gesamtgewicht von 2,5 Kilogramm bewilligungsfrei eingeführt werden dürfen.

Gänzlich verboten ist Feuerwerk, das auf dem Boden explodiert – wie zum Beispiel Schweizer Kracher. Weiter sind sogenannte «Lady-Crackers», die länger als 22 Millimeter sind und einen Druchmesser grösser als 3 Millimeter aufweisen, für den Import nicht erlaubt. Dasselbe gilt für «Knallteufel» mit einem Satzgewicht von über 2,5 Milligramm.

Verkäufer warnt die Schweizer

Die meisten halten sich daran. So auch Tanja Frei aus Widnau SG: «Ich fahre jedes Jahr nach Österreich, um mich mit Feuerwerk für Silvester einzudecken». Die 42-jährige Hausfrau kennt die geltenden Regeln und kaufte sich in Lustenau (A) nur zugelassene Knallkörper, die insgesamt nicht mehr als 2,5 Kilogramm wiegen.

Feuerwerk in Österreich zu kaufen ist bei Schweizer nahe der Grenze beliebt. «Die Schweizer kaufen vor allem Raketen mit bis zu 50 Gramm Sprengstoff», sagt ein 35-jähriger Verkäufer aus Lustenau. «Bei über 50 Gramm werden sie von mir auf die Schweizer Gesetzeslage aufmerksam gemacht.» Auch beim Kauf von Boden-Knallkörpern würde der Österreicher die Schweizer warnen. «Etwa 90 Prozent halten sich an die Regeln. Schlussendlich ist aber jeder selbst für seinen Einkauf verantwortlich.»

«Wir freuen uns auf die verbotenen Knallkörper»

Unbeeindruckt von Einfuhrverboten zeigt sich eine Gruppe fünf junger Männer aus Rheineck SG. Sie kauften am Mittwoch mehrere Packungen der in der Schweiz verbotenen Kracher. «Wir möchten Spass haben und freuen uns auf die Silvesterparty.» Sie seien sich der Gefahr der Böller bewusst. Trotzdem lassen sie es sich nicht nehmen, das neue Jahr mit lauten Knallern zu begrüssen.

Die Schmuggelware hätten sie jeweils problemlos über die Grenze gebracht – sie sind Wiederholungstäter. Die Jungs im Alter von 20 bis 25 Jahren hätten schon öfters vor der Sause des Jahres im Nachbarland Böller gekauft.

Illegale Kracher werden eingezogen

Doch nach dem Schmuggel können sie sich nicht in Sicherheit wiegen. Denn das Anzünden der geschmuggelten Böller ist in der Schweiz verboten. «Wenn wir jemanden mit verbotenen Knallern antreffen, werden diese eingezogen und die Personen an die Staatsanwaltschaft wegen Verstoss gegen das Sprengstoffgesetz verzeigt», so Kantonspolizeisprecher Florian Schneider. Grund dafür: Die Kracher sind gefährlich. «Einerseits können Verletzungen an der Hand entstehen, wenn Kracher zu früh zünden, oder das Gehör kann bleibend geschädigt werden. Deshalb sind die Böller verboten», erklärt Schneider.

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