Aktualisiert 06.12.2011 07:55

Drogenhandel

Schweizer Schmuggler wird nicht begnadigt

Acht Jahre sitzt ein in Thailand verurteilter Schweizer Drogenkurier schon im Gefängnis. Doch obwohl die Schweiz sein Delikt viel milder bestrafen würde, wollte ihn der Zürcher Kantonsrat nicht begnadigen.

von
Andy D. Veraguth
Der in Thailand verurteilte Schweizer Drogenkurier sitzt zurzeit in der Strafanstalt Saxerriet. (Key)

Der in Thailand verurteilte Schweizer Drogenkurier sitzt zurzeit in der Strafanstalt Saxerriet. (Key)

8500 Thaipillen wollte der heute 43-jährige Schweizer 2003 aus Thailand in seine Heimat schmuggeln. Die Thailänder erwischten ihn und verurteilten den Drogenkurier zu 25 Jahren Haft. 6 Jahre davon sass er in Klong Prem, dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Bangkoks. Seit März 2009 ist er jetzt in Schweizer Strafanstalten, zurzeit im sankt-gallischen Saxerriet. Da er in der Schweiz für dieses Delikt laut dem Zürcher Oberstaatsanwalt höchsten 2 Jahre hinter Gitter gekommen wäre, stellte er beim Zürcher Regierungsrat ein Begnadigungsgesuch. Dieser nahm das Gesuch an. Der Zürcher Oberstaatsanwalt und das Obergericht befürworteten eine Freilassung und selbst die thailändischen Behörden hatten gegen eine Begnadigung nichts einzuwenden. Doch die bürgerliche Mehrheit des Kantonsrats lehnte die Begnadigung gestern definitiv ab.

«Wer sich ins Ausland begibt, unterwirft sich den dortigen Rechtsnormen, sonst muss er nicht dorthin», sagte etwa Claudio Schmid (SVP). Die SP führte dagegen ins Feld, der Mann habe in Thailand äusserst harte Haftbedingungen erlitten und sei teilweise in Ketten gelegt gewesen. Und angesichts der mehr als zwölf Mal geringeren Strafe für ähnliche Delikte in der Schweiz sei es an der Zeit, dem Mann die Reintegration zu ermöglichen. Doch nun bleibt er bis auf weiteres in Saxerriet – 2 bis 5 Jahre Minimum.

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