Projekt «myPad»: Schweizer Schüler testen Tablet-PCs
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Projekt «myPad»Schweizer Schüler testen Tablet-PCs

Was bringt die «digitale Schiefertafel» im Unterricht und was sind die Risiken und Grenzen? Diese Fragen soll ein neuartiger Schulversuch im Kanton Solothurn beantworten.

In US-Schulen hat das iPad bereits Fuss gefasst. Jetzt läuft auch in der Schweiz ein grösserer Schulversuch.

In US-Schulen hat das iPad bereits Fuss gefasst. Jetzt läuft auch in der Schweiz ein grösserer Schulversuch.

Der Kanton Solothurn startet mit dem Projekt «myPad» einen Schulversuch, wie es ihn in der Schweiz noch nicht gegeben hat. In zwölf Klassen erhalten alle Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte einen eigenen Tablet-Computer. Sie sollen das Tablet im kommenden Schuljahr als ständiges persönliches Werkzeug nutzen und Erfahrungen sammeln.

Die Lebenswelt der Schüler werde heute noch früher und noch intensiver von digitalen Medien durchdrungen, sagte Andreas Walter, Vorsteher des kantonalen Amtes für Volksschule und Kindergarten, an einer Medienkonferenz in Dulliken SO. Der Kanton habe daher beschlossen, mit dem Projekt «myPad» einen schweizweit noch nie dagewesenen Schulversuch zu starten. In zwölf ausgewählten Klassen vom dritten bis zum neunten Schuljahr erhalte jede Schülerin und jeder Schüler sowie die Lehrpersonen einen persönlichen Tablet-Computer.

Das Tablet soll den Schülern und den Lehrpersonen im kommenden Schuljahr als Lernwerkzeug rund um die Uhr zur Verfügung stehen - also in der Schule, in der Freizeit und zu Hause. Der Unterricht basiere auf mobilem, kooperativem Lernen, sagte Walter. Die Tablets würden als Werkzeug zum Lernen in fächerübergreifenden Settings eingesetzt.

«Digitale Schiefertafel»

Der Versuch soll gemäss Departement Bildung und Kultur (DBK) zeigen, ob die persönliche «digitale Schiefertafel» als Werk- und Denkzeug das Potenzial habe, die bisher eingesetzten PC oder Laptops auch in der Schule abzulösen. Zudem will der Kanton herausfinden, wie mobile und persönliche Geräte den Schulalltag sowie das Lern- und Arbeitsverhalten der Schüler verändern.

Die Kinder würden in einer digitalen Welt aufwachsen und nutzten die neuen Technologien mit grösster Selbstverständlichkeit, sagte Andy Schär. Er ist Leiter der Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Die Kinder müssten lernen, sich in dieser digitalen Welt zurechtzufinden und die neuen Medien kompetent zu nutzen. Sie sollten erkennen, worin die Chancen dieser Medien lägen, und auch wissen, welche Risiken und Grenzen bestünden.

Grundstein vor 20 Jahren

Bereits in der Vergangenheit gehörte der Kanton Solothurn zu den Pionieren bei der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur (ICT) sowie Medienbildung. Vor 20 Jahren legte der Kanton im Lehrplan den Grundstein für die Einführung des Computers im Unterricht.

Zehn Jahre später begann unter dem Titel «Schulen ins Netz» der Einzug des Internets in die Schulzimmer. In über drei Vierteln der Schulen wird der Computer gemäss Kanton täglich im Unterricht eingesetzt. (sda)

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