Umfrage: Schweizer setzen ihre Hoffnung auf Obama
Aktualisiert

UmfrageSchweizer setzen ihre Hoffnung auf Obama

Die Schweizer sind ein hoffnungsvolles Volk, wie eine Umfrage zeigt. Ihre grösste Hoffnung ist Barack Obama – noch vor der Familie und weit vor Wirtschaftsvertretern.

von
Gabi Schwegler

«Die Hoffnung stirbt zuletzt»: Diese Worte sind unter Schweizern am beliebtesten, um sich selbst und anderen Mut für die Zukunft zuzusprechen – dicht gefolgt vom Obama-Credo «Yes, we can». Das zeigt eine Studie von Swissfuture und Weiterdenken.ch, bei der fast 3000 Personen befragt wurden.

42 Prozent der Schweizer haben denn auch Barack Obama selbst zu ihrem grössten Hoffnungsträger für das Jahr 2010 gekürt. Studienleiter Andreas Walker ist erstaunt: «Oba­mas Image scheint auch hierzulande zu wirken, obwohl er eigentlich nicht viel für die Schweiz macht.» Hoffnung werde meist in Menschen projiziert, die neu im Amt seien und folglich noch wenig enttäuscht hätten. So schaffen es auch nur die ­beiden neusten Bundesräte, Didier Burkhalter und Ueli Maurer, in die Top Ten.

Nach dem Friedensnobelpreisträger sind für die Befragten ihre Familienmitglieder die wichtigsten Hoffnungsträger. Weit weniger Vertrauen haben sie in Wirtschaftsführer – diese erhielten nicht einmal 3 Prozent Zuspruch.

Verantwortung übernehmen

Auf die Frage, wer denn Hoffnung verbreiten solle, nahmen sich 38 Prozent selbst in die Pflicht. Diese Eigenverantwortung nannte mehr als die Hälfte der über 40-Jährigen. Doch nur 20 Prozent der Jugendlichen unter 20 Jahren sahen dies auch so. Kinder- und Jugendpsychologe Markus Merz sieht den Grund dafür in fehlender Lebenserfahrung: «Das Wissen, dass sie für ein glückliches Leben und eine erfüllende Liebesbeziehung selber verantwortlich sind, fehlt zum Teil noch.»

Hoffen auf Liebe und Gesundheit

Gesund zu bleiben ist für jede dritte befragte Person die grösste Hoffnung für 2010. Vor allem für über 40-Jährige und Frauen ist die Gesundheit das wichtigste Thema. Männer bezeichnen Erfolg am Arbeitsplatz als eine der grössten Hoffnungen, während für Frauen ein sicherer Job wichtiger ist. 16 Prozent der Schweizer hoffen, im neuen Jahr die grosse Liebe zu finden – für Singles ist dies die grösste, für Jugendliche die zweitgrösste Hoffnung.

Leitfiguren: Eltern und Jesus

Hoffnung suchen viele bei historischen Persönlichkeiten. Aber noch vor Jesus Christus, Mutter Theresa und Mahatma Gandhi kommen für die Befragten die eigenen Eltern und die Grosseltern. Ebenfalls in den Top Ten der historischen Leitfiguren figurieren Albert Einstein, Buddha, Michail Gorbatschow und die 1999 verstorbene Prinzessin Diana.

Die grössten Hoffnungsträger

1. Barack Obama

2. Ehe- oder Lebenspartner

3. Kinder/Grosskinder

4. Dalai Lama

5. Roger Federer

6. Didier Burkhalter

7. Ueli Maurer

8. Christoph Blocher

9. Angela Merkel

10. Alex Frei

Beliebteste Orte der Hoffnung

1. Freie Natur

2. Zuhause

3. Meeresstrand

4. Berggipfel

5. Kirche oder Tempel

6. Arbeitsplatz

7. Säuglingsstation

8. Frühstückstisch

9. Flughafen

10. Vor dem TV oder PC

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