Einkaufstourismus: Schweizer shoppen für 10 Milliarden fremd
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EinkaufstourismusSchweizer shoppen für 10 Milliarden fremd

Einkaufen im Ausland boomt auch 2014 ungebremst. Neusten Zahlen zufolge wurde erneut die Zehn-Milliarden-Grenze geknackt.

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cls
Detailhändler  in Grenzregionen dürfen sich auch 2014 über einkaufsfreudige Schweizer Kunden freuen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Detailhändler in Grenzregionen dürfen sich auch 2014 über einkaufsfreudige Schweizer Kunden freuen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Zum Ärger der Schweizer Detailhändler boomt der Einkaufstourismus ennet der Grenze weiter auf Rekordniveau – auch in diesem Jahr.

«Wir gehen davon aus, dass der Umsatz im Einkaufstourismus 2014 erneut bis zu zehn Milliarden Franken beträgt», sagt Patrick Marty, Pressesprecher der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS) gegenüber der Zeitschrift Bilanz. Das wären wie im Vorjahr zehn Prozent des Schweizer Gesamtumsatzes.

Die Grenze lockt

Dabei ist Deutschland das beliebteste Einkaufsziel der Schweizer. bereits 2013 nahmen Deutsche Händler umgerechnet fünf Milliarden Franken ein. Der günstige Euro lockt. «Schweizer Kunden haben eine hohe Kaufkraft, aber auch eine klare Erwartungshaltung gegenüber dem Detailhandel», so Patrick Marty. Ohne nachvollziehbare Gründe würden auch sie nicht mehr zahlen wollen.

Die beliebtesten Produktegruppen waren mit einem Umsatzvolumen von 3,4 Milliarden Franken im Jahr 2013 Near-Food-Artikel, also tägliche Gebrauchsgegenstände (Putzwaren, Körperpflege etc.) und Nahrungsmittel, vor allem Fleischwaren. An dritter Stelle folgen Kleidung und Textilien mit einem Gesamtvolumen von 2, 5 Milliarden Franken.

Obwohl seit 2012 in der Schweiz Preissenkungen stattfinden, hält sich der Preisunterschied in den Köpfen. Laut «Bilanz» schrumpften die Preisunterschiede gegenüber den umliegenden EU-Ländern von 45 Prozent auf 37 Prozent im Vorjahr. Bei der Bekleidung sank der Preisunterschied von 33 Prozent auf 17 Prozent.

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