Schweizer sind Meister im Wassersparen
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Schweizer sind Meister im Wassersparen

Der Trinkwasserkonsum in der Schweiz nimmt seit Anfang der Achtzigerjahre stetig ab. Technische Verbesserungen, Umweltbewusstsein und die schwindende Schwerindustrie haben den Trinkwasserkonsum pro Kopf auf 355 Liter täglich sinken lassen.

Davon macht der Bezug der privaten Haushalte rund 160 Liter pro Einwohner und Tag aus, wie der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) am Mittwoch mitteilte. 1981 verbrauchten die Haushalte und die Industrie noch über 500 Liter Trinkwasser pro Einwohner und Tag.

Der reduzierte Verbauch wirkt sich auf den Preis aus. Wegen der teuren Infrastruktur zur Säuberung, Aufbereitung und Verteilung des Wassers fallen hohe Fixkosten an. Sinkt der Verbrauch, verteilen sich die Kosten auf eine kleinere Menge Wasser.

1000 Liter Wasser kosten durchschnittlich 1,70 Franken, das entspricht einem Tageskonsum im Haushalt von 30 Rappen pro Person. Die Qualität dieses Trinwassers ist ausgezeichnet, wie Urs Kamm, Leiter Bereich Wasser beim SVGW, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Alternative zu Mineralwasser

Das «Hahnenburger» brauche den Vergleich mit dem Mineralwasser im Verkauf nicht zu scheuen: «Trinkwasser aus dem Hahnen ist 500 bis 1000 Mal günstiger als Mineralwasser, umweltfreundlicher und qualitativ weitgehend identisch», betonte Kamm.

Auch der Mineraliengehalt beim Trinkwasser sei nicht schlechter als beim Mineralwasser. Den Erfolg des Mineralwassers ortet Kamm vor allem in einem «hervorragenden Marketing».

Längst nicht alle Wasserverbraucher benötigten eine derart gute Qualität des Trinkwassers. Trotzdem beziehen auch Industriebetriebe dasselbe Wasser, das etwa ein Koch verwendet. «Es wäre zu aufwändig, ein zweites Leitungssystem einzurichten, zudem verfügt die Schweiz über genügend Regenwasser», begründete Kamm.

(sda)

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