Delia Durrer & Co. – Schweizer Ski-Talente kriegen für die Startnummer einen Bären-Kuss
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Delia Durrer & Co. Schweizer Ski-Talente kriegen für die Startnummer einen Bären-Kuss

Kuriosität im Ski-Europacup: Im französischen Orcières Merlette kam es zu einer Startnummernauslosung der seltsamen Sorte. Mittendrin: ein geretteter Bär.

von
Sven Forster

Bärenkuss für Delia Durrer. Diese Startnummernauslosung wird sie wohl nicht mehr vergessen.

Darum gehts

  • Bei den Europacup-Rennen der Frauen kam es zu einer kuriosen Startnummernauslosung.

  • Die Skitalente bekamen von einem Bären einen Kuss.

  • Mit dabei war auch die Schweizerin Delia Durrer.

In Orcières Merlette finden derzeit zahlreiche Europacup-Rennen statt. Mit der dreifachen Schweizermeisterin Delia Durrer ist auch eines der grössten Schweizer Skitalente dabei. Sie dürfte die Startnummernauslosung vor der zweiten Europacup-Abfahrt in den französischen Alpen nicht so schnell vergessen.

Die Athletinnen um Durrer wurden von einem Bären auf der Bühne empfangen. «Wir waren zuerst etwas überfordert», erzählt die 19-Jährige im Gespräch mit 20 Minuten. Für einen Kuss mit dem Bären habe es die Startnummer gegeben. «Ich hatte sehr viel Respekt, zuerst wollte ich nicht mitmachen», sagte Durrer. «Doch als es plötzlich alle vor ihr gemacht hatten, dachte ich mir, dass ich ja nicht die Einzige sein kann.»

Also entschied sich das Skitalent auch mitzumachen und nahm ein Marshmallow in den Mund. Das Problem dabei: Sie vergass sich hinzuknien, um mit dem Bären auf Augenhöhe zu sein. Dem Bären war das egal, wie die Nidwaldnerin erklärt: «Er ist plötzlich aufgestanden. Ich hatte dann bisschen zittrige Beine.» Der Kuss selber sei nicht gerade wiederholungsbedürftig gewesen, wie Durrer mit einem Lächeln erzählt. Sie fügt an: «Aber toll, kann ich jetzt sagen, dass ich mal einen Bär geküsst habe.»

Bär vor dem Tod gerettet

Es drängt sich die Frage auf: Wieso stand im französischen Ski-Resort überhaupt ein Bär auf der Bühne? Orcières Merlette hat seinen Namen aufgrund der zahlreichen Bären, die früher in der Region unterwegs waren. Auch das Ortswappen beinhaltet das Tier. «Sie haben die Geschichte des Bären erzählt», berichtet Durrer. Sie erklärt: «Ich bin davon ausgegangen, dass er tierfreundlich gehalten wird. Es wäre sicherlich ohne Bär gegangen, war aber ein Spektakel.»

Die Geschichte des Bären hat es durchaus in sich. 20 Minuten hat beim Veranstalter nachgefragt. Beim «Kuss-Bären» handelt es sich um ein Tier aus einer Zucht in den USA. Genauer gesagt um einen Film-Bären. «Er ist trainiert, gezähmt und nicht wild», wird auf Anfrage erklärt. Die Veranstalter weiter: «Er wurde in Amerika aus einer Zucht gerettet, damit nicht seine Haut verkauft wird und er als Hut endet.»

Top-Ergebnisse im Europacup

Übrigens: Auch sportlich lief es nach dem Bärenkuss gut. Durrer belegte in der Abfahrt am Freitag den siebten Platz. Es war bereits ihr drittes Top-10-Ergebnis im Europacup. Der Sieg ging auch an eine Schweizerin, die einen Kuss des Bären erhielt: Juliana Suter gewann das Rennen in den französischen Alpen. Suter und auch Durrer haben vor Cortina die Chance, auch im Weltcup Erfahrungen zu sammeln. Ende Januar dürfen sie in der Quali um ein Startticket kämpfen. Es wäre der nächste Schritt in einer verheissungsvollen Karriere.

In Aktion: Delia Durrer.

In Aktion: Delia Durrer.

imago images/Sammy Minkoff

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