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Schliessung in FrankreichSchweizer Skigebiet will Franzosen per Shuttlebus ins Wallis bringen

Der Bundesrat hält trotz Kritik aus dem Ausland an der Absicht fest, die Schweizer Skigebiete offenzulassen. Das grenzübergreifende Skigebiet Portes du Soleil will deshalb einen Shuttlebus ins Wallis einrichten.

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Das Skigebiet Portes du Soleil will einen Shuttlebus von Frankreich in die Schweiz einrichten.

Das Skigebiet Portes du Soleil will einen Shuttlebus von Frankreich in die Schweiz einrichten.

Facebook / Les Portes du Soleil
Dies, weil in der Schweiz die Skigebiete, anders als im umliegenden Ausland, nicht geschlossen werden.

Dies, weil in der Schweiz die Skigebiete, anders als im umliegenden Ausland, nicht geschlossen werden.

Facebook / Les Portes du Soleil

Darum gehts

  • Der Bundesrat will die Schweizer Skigebiete mit strengen Schutzkonzepten offenlassen.

  • Das sorgt für Kritik aus dem Ausland. Die Nachbarländer sorgen sich darum, dass sich Menschen dann einfach in der Schweiz anstecken.

  • Ein französisch-schweizerisches Skigebiet will nun gar einen Shuttlebus einrichten, um Touristen von Frankreich in die Schweiz zu fahren.

Ein Shuttle-Bus soll Touristen aus dem französischen Teil des länderübergreifenden Skigebietes Portes du Soleil ins Wallis bringen. In der Schweiz sollen nämlich – im Gegensatz zu Frankreich – die Bergbahnen und Skilifte trotz Corona-Pandemie in diesem Winter weiterlaufen.

«Wir planen, einen Busbetrieb, der Ski-Touristen aus dem französischen Teil der Portes du Soleil abholt», sagte Enrique Caballero, Verwaltungsratspräsident von Portes du Soleil Suisse, am Mittwoch im Walliser Radiosender Rhône FM.

Politik warnt vor «Provokation»

Der Walliser Staatsratspräsident Christophe Darbellay warnte allerdings im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dies sei ungeschickt und könnte als Provokation der französischen Regierung verstanden werden. Paris ist gegen den Betrieb von Bergbahnen und Skiliften angesichts der Coronavirus-Pandemie.

Die Einrichtung einer Shuttle-Bus-Verbindung zwischen Châtel auf französischer Seite und Morgins im Wallis erfolge auf Wunsch der französischen Gemeinde, betonte Caballero. Man wolle einer Überbelegung der Autoparkplätze zuvorkommen, es handle sich keineswegs um ein Abwerben.

Alain Berset will Skigebiete offen halten

Bundesrat Alain Berset hatte am Donnerstag vor den Medien in Bern gesagt, die Skigebiete in der Schweiz würden offen bleiben – unabhängig davon, was in den umliegenden Ländern entschieden werde. Die Schweiz sei in Kontakt mit dem Ausland.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte bereits am Dienstag die Aussicht auf Winterurlaub und ein normales Weihnachten in diesem Jahr getrübt. «Es ist nicht möglich einen Winterurlaub zuzulassen, wir können uns das nicht leisten», sagte Conte im Interview mit dem Fernsehsender «La7».

Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron werde an einem gemeinsamen europäischen Protokoll gearbeitet, so Conte weiter. Merkel rief am Donnerstag die Menschen in Deutschland erneut auf, dieses Jahr keinen Winterurlaub im Ausland zu machen. Österreich seinerseits hadert mit einer Schliessung des Skibetriebes.

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Pro Juventute, Tel. 147

(SDA)

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