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Corona-MassnahmenSchweizer Skigebiete befürchten wegen Berset-Regeln das Aus

Bundesrat Berset will die Corona-Massnahmen auf der Skipiste und in den Gondeln drastisch verschärfen. Die Pistenbetreiber toben und fordern öffentliche Unterstützung.

von
Fabian Pöschl
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Bundesrat Berset hat ein neues Massnahmenpaket für die Skigebiete angekündigt. So sollen etwa verschärfte Kapazitätsbeschränkungen gelten.

Bundesrat Berset hat ein neues Massnahmenpaket für die Skigebiete angekündigt. So sollen etwa verschärfte Kapazitätsbeschränkungen gelten.

Foto: Blatten/Belalp Tourismus
Gesundheitsminister Alain Berset will, dass die Skigebiete über Weihnachten und Neujahr nur zwei Drittel der Durchschnittsfrequenz der letzten fünf Jahre zulassen.

Gesundheitsminister Alain Berset will, dass die Skigebiete über Weihnachten und Neujahr nur zwei Drittel der Durchschnittsfrequenz der letzten fünf Jahre zulassen.

Foto: Reuters
Sollten die Kantone die Massnahmen durchwinken, drohen den Skigebieten Milliardenschäden.

Sollten die Kantone die Massnahmen durchwinken, drohen den Skigebieten Milliardenschäden.

Foto: Reuters

Darum gehts

  • Skigebiete toben nach der geplanten Verschärfung der Corona-Massnahmen.

  • Sie befürchten, dass die Massnahmen sie ruinieren könnten.

  • Die Schäden könnten in die Milliarden gehen.

Die Betreiber der Skigebiete und Bergbahnen waren zufrieden mit Bundesrat Berset, als er ihnen am Donnerstag versicherte, dass die Skiorte offen bleiben – obwohl Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und weitere Staatschefs aus den Nachbarländern die Schliessung forderten.

Doch hielt Berset dem Druck tatsächlich stand? Noch am selben Tag soll er eine drastische Verschärfung der Corona-Massnahmen angemahnt haben, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Das Massnahmenpaket enthält eine Begrenzung der Anzahl Skifahrer über Weihnachten und Neujahr auf zwei Drittel des Niveaus der Vorjahre (siehe Box).

Polizeistunde um 15 Uhr

Das Massnahmenpaket von Bundesrat Alain Berset enthält laut «SonntagsZeitung» folgende Punkte,
um Menschenansammlungen in den Skigebieten zu vermeiden:

  • Beschränkte Gondelkapazitäten

  • Warteräume vor Bahnen und Liften

  • Restaurants und Skihütten sollen um 15 Uhr schliessen, alle Selbstbedienungsrestaurants sollen geschlossen bleiben

  • Beschränkte Anzahl Skifahrer; über Weihnachten und Neujahr nur zwei Drittel der Durchschnittsfrequenz der letzten fünf Jahre

Was würde es für die Skigebiete bedeuten, sollten die Kantone die Massnahmen durchwinken? Viele von ihnen wollen sich auf Anfrage von «20 Minuten» nicht äussern, solange der Entscheid noch nicht definitiv ist. Sie verweisen auf bestehende Schutzkonzepte, die ihren Zweck erfüllen würden – Après-Ski falle ohnehin aus.

Valentin König, CEO der Walliser Aletsch-Bahnen, hält die weitreichenden Kapazitätsbeschränkungen für kaum sinnvoll. Umso mehr in diesem Winter, in dem durch die ausbleibenden ausländischen Gäste ohnehin mit weniger Wintersport-Gästen zu rechnen sei.

Bahnbetreiber fordert Entschädigungszahlung

Deutliche Worte findet der Walliser Belalp-Bahnen-Chef Urs Zenhäusern, der die Massnahmen «völlig daneben» findet. Die geöffneten Skigebiete würden beweisen, dass auf den Liftanlagen und Pisten keine Ansteckungen erfolgen.

Mit den verschärften Massnahmen kämen viele ohne Entschädigung nicht mehr über die Runden. «Zwischen Weihnachten und Neujahr erzielen wir 25 Prozent unseres Jahresumsatzes, das könnten wir nicht mehr wettmachen», so Zenhäusern. Er fordert deshalb Unterstützung von der öffentlichen Hand.

Für Nicolo Paganini, CVP-Nationalrat und Präsident des Schweizer Tourismus-Verbandes, gehen die Massnahmen zu weit, wie er zu «20 Minuten» sagt. Es könne sein, dass nach flächendeckenden Schliessungen von Skigebieten oder drastischen Betriebseinschränkungen der milliardenschwere Fonds für Corona-Härtefälle nicht mehr ausreiche. Wichtig sei vielmehr, dass die bestehenden Schutzkonzepte auch umgesetzt werden. «Hier sind die Skigäste natürlich auch in der Pflicht», so Paganini.

«Ganze Gesellschaften könnten in den Ruin getrieben werden»

Auch Paganinis Parteikollege Beat Rieder, Präsident von Ski Valais, verweist auf die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen. «Die Schäden für die Bergbetriebe wären gigantisch. Ich gehe davon aus, dass es in die Hunderten von Millionen geht, sogar in die Milliarden», sagt Rieder zu «20 Minuten». «Es könnte sein, dass ganze Gesellschaften – die bereits jetzt zu kämpfen haben – in den Ruin getrieben werden. Das darf nicht passieren.»

Die Skigebiete und Bahngesellschaften hätten mit grossem Aufwand funktionierende Schutzkonzepte für diese Wintersaison auf die Beine gestellt. Zudem werde es keinen Ansturm internationaler Touristen geben. Deshalb zeigt sich Rieder überzeugt, dass die Bahnbetreiber die Wintertouristen aus der Schweiz gut und sicher bewältigen können.

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875 Kommentare
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Bund

01.12.2020, 19:25

Dises ewige Tehater

Unschuldig

01.12.2020, 18:42

So oder so,immer sind die anderen schuld.

Hansli der

01.12.2020, 18:40

Schmunzler.Bleibe ich zu Hause,heisst es bewegen.Gehe ich Skifahren,heisst es zu Hause bleiben.Bekomme ich de Virus bin ich selber Schuld.Bekomme ic denn Virus nicht,sind die anderen Schuld,Äs isch eifach äs Züg.