Klimaziele: Schweizer sollen CO2-Emissionen massiv reduzieren
Aktualisiert

KlimazieleSchweizer sollen CO2-Emissionen massiv reduzieren

Treibhausgase beschleunigen den Klimawandel. Die Schweiz hat sich verpflichtet, den CO2-Ausstoss pro Person stark zu senken. Wo gilt es anzusetzen?

von
Stephanie Sigrist
Am meisten Kohlenstoffdioxidausstösse entstehen schweizweit durch den Verkehr. Rund 40 Prozent aller CO2-Emissionen gehen auf das Konto der inländischen Mobilität.

Am meisten Kohlenstoffdioxidausstösse entstehen schweizweit durch den Verkehr. Rund 40 Prozent aller CO2-Emissionen gehen auf das Konto der inländischen Mobilität.

KEYSTONE / DPA / Marijan Murat

Seit Beginn der Industrialisierung gegen Ende des 18. Jahrhunderts hat sich die Zusammensetzung der Atmosphäre durch die Emission von Treibhausgasen zunehmend verändert. Dies verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt und führt zu einem spürbaren Wandel des Klimas. Insbesondere die Erwärmung seit 1950 um ungefähr 0,65 Grad Celsius ist mit natürlichen Klimaschwankungen nicht mehr erklärbar. Verantwortlich dafür sind mit grösster Wahrscheinlichkeit Treibhausgase. Diese werden verursacht durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas sowie durch grossflächige Landnutzungsänderungen wie beispielsweise bei der Abholzung tropischer Regenwälder. Die Schweiz gehört zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Die Erwärmung seit dem Messbeginn 1864 beträgt hierzulande laut Bundesamt für Umwelt über zwei Grad Celsius und ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad Celsius). Mit der Unterzeichnung des internationalen Klimaabkommens hat sich die Schweiz dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoss pro Person signifikant zu senken. Das Übereinkommen hat zum Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. 2050 sollen noch maximal eineinhalb Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr emittiert werden. 2019 waren es in der Schweiz noch 5,6 Tonnen pro Person.

Am meisten Kohlenstoffdioxidausstösse entstehen schweizweit durch den Verkehr. Rund 40 Prozent aller CO2-Emissionen gehen auf das Konto der inländischen Mobilität. 2018 beliefen sich die CO2-Ausstösse des Verkehrs in der Schweiz – ohne den internationalen Flugverkehr – auf insgesamt 14,8 Millionen Tonnen. Dem Bundesamt für Statistik zufolge wird der Energiebedarf für den Verkehr zu 94 Prozent mit Erdölprodukten gedeckt und mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge stossen Kohlendioxid aus. Ein bedeutender Teil dieser Emissionen könnte vermieden werden, ohne grosse Komforteinbussen in Kauf zu nehmen. Rund ein Drittel aller Autofahrten und zwei Drittel der Fahrten im öffentlichen Nahverkehr sind heute nämlich kürzer als drei Kilometer – mit dem Velo könnten diese Strecken oftmals schneller sowie stress- und emissionsfrei zurückgelegt werden. Fahrräder verursachen keine CO2-Emissionen und beanspruchen den Boden nur wenig. Wenn ihr entweder mit dem Velo, E-Bike oder öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule oder zur Arbeit fährt, leistet ihr einen grossen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

Neu zugelassene Autos stossen heute weniger CO2 aus als vor zehn Jahren

Das Auto sollte nur benutzt werden, wenn es aufgrund der Arbeitszeiten oder der Erreichbarkeit entweder für die ganze Strecke oder Teilstrecken nicht anders möglich ist. Bei Autos bestimmt neben dem Fahrzeuggewicht vor allem die Art der Motorisierung die Höhe des Treibstoffverbrauchs und des CO2-Ausstosses. Die Grösse des Autos spielt eine untergeordnete Rolle. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 werden die Emissionsziele für Personenwagen weiter verschärft. So sollen die CO2-Ausstösse von neu zugelassenen Fahrzeugen bis Ende 2020 auf durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer vermindert werden. Ein erster Durchbruch in diesem Bereich ist bereits erreicht: Während die Emissionen 2008 noch bei 175 Gramm pro Kilometer lagen, sanken sie bis 2018 auf rund 138 Gramm CO2 pro Kilometer. Auch die Fahrweise hat grossen Einfluss auf den Energieverbrauch von Autos. Beim Autofahren früh hochzuschalten und stets im höchstmöglichen Gang zu fahren, bietet grosses Sparpotenzial. Der Tourenzähler ist ein wichtiger Hinweis für den Spritverbrauch: Je mehr Umdrehungen pro Minute, desto höher ist automatisch der Treibstoffverbrauch. Mit der Start-Stopp-Automatik lohnt sich das Abschalten des Motors bei jedem noch so kurzen Halt. Experten schätzen, dass im Stadtverkehr bis zu 10 Prozent Treibstoff eingespart werden, wenn der Motor bei allen Stopps ausgeschaltet wird.

Programme des Bundes unterstützen Privatpersonen dabei, Energie zu sparen und weniger CO2-Emissionen zu generieren. So wird etwa das Gebäudesanierungsprogramm ausgebaut und es gibt mehr finanzielle Unterstützung für Gebäudesanierungen zum Zweck, die Energieeffizienz des Hauses zu erhöhen. Gebäude sind in der Schweiz aktuell für 40 Prozent des Energieverbrauchs und für rund ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich. Mit dem Sanierungsprogramm werden beispielsweise Eigentümer, die ihr Gebäude besser dämmen, alte Fenster ersetzen oder mit erneuerbaren Energien heizen, finanziell unterstützt. Gemäss EnergieSchweiz sind über eine Million Häuser nicht oder kaum gedämmt und damit energetisch dringend sanierungsbedürftig. Mit der Energieeffizienzsteigerung und durch den Ersatz fossiler durch erneuerbare Energien werden weniger Treibhausgase produziert. Energetische Sanierungen erhöhen zudem den Wohnkomfort, da eine bessere Dämmung auch den Schallschutz verbessert.

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76 Kommentare
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taucheraschi

18.07.2020, 01:52

ganz einfach ...wir machen einen Vorhang um die Schweiz ..lassen keine Touristen mehr durch unser Land fahren und,keine täglichen Grenzgänger keine Einkaufs Touris ..dann hatt die kleine Schweiz im Nu das Gesetzte Ziel erreicht ....

derhässigeEidgenoss

18.07.2020, 01:39

die Schweiz erlaubt es noch immer unsere alten Fahrzeuge zu exportieren nach irgendwo .zB Osteuropa Afrika u s w.. neue E - Fahrzeuge sind in vielen Kantone Steuer Frei !!! Warum ??? das ist nicht Fair...wenn ich ein Occasion Fahrzeug kaufe das ich no viele Jahre fahren kann habe ich ohne dass ich ein Doktor Titel habe , der Umwelt etwas gutes getan ..das Fahrzeug war schon Produziert ..dem zu Folge die verarbeiteten Resurcen werden bis zum Ende genutzt ...daher ganz Klar ein Beitrag zum Umweltschutz ....alles andere ist Umwelt schädigend ...aber wir die Occasion Autos kaufen und Bar Zahlen ,werden dann noch bestraft ....die Politiker ....die in unseren kleinen Schweiz solche Massnahmen anordnen sollte man nur noch mit der ÖV.und alten drei Gang Velos zur Arbeit fahren lassen .....und die Grünen die am liebsten noch mehr Grenz Öffnung und den EU Beitritt befürworten den Fussmarsch aufzwingen . ..macht einen Vorhang um die Schweiz ..und .schliesst die Grenzen

thom

17.07.2020, 21:23

bitte nicht noch mehr reduzieren die naur brucht das CO2.