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1.-August-RedenSchweizer sollen ihre Stärken verteidigen

Besinnung auf Schweizer Stärken fordern die Bundesräte Ueli Maurer und Eveline Widmer-Schlumpf zum Nationalfeiertag, wenn auch mit verschiedenen Blickwinkeln.

Die Parteipräsidenten Pelli und Brunner nutzten den Tag, die Positionen ihrer Parteien zu bekräftigen.

Bundesrat Ueli Maurer verteidigte in einer Rede in Welschenrohr SO den «Sonderfall Schweiz». Das Land gebe der Welt einen «permanenten Freiheitsimpuls». Kritikern und Neidern solle die Schweiz selbstbewusst entgegentreten, hiess es in seinem Redetext.

Kritik an Schweiz nicht erstaunlich

Den «Sonderfall Schweiz» könne nur kritisieren, wer die erzwungene Einheit der gewachsenen Vielfalt vorziehe. Es sei daher nicht erstaunlich, dass die Schweiz für ihren eigenen Weg kritisiert werde.

»Unsere Freiheit provoziert alle, die ihr Staatswesen weniger freiheitlich ausgestalten - früher die Fürsten, heute die Bürokraten», sagte der Verteidigungsminister. Die jüngsten Reaktionen in London, Brüssel oder Berlin seien nur das «Echo auf verwirklichte Freiheit».

Eveline Widmer-Schlumpf plädierte dafür, Konsens nicht als Schwäche, sondern als Stärke zu begreifen. Nur mit einer solchen Politik komme ein föderaler Staat wie die Schweiz voran. Widmer- Schlumpf veröffentlichte ihre Botschaft zum 1. August in der rätoromanischen Tageszeitung «La Quotidiana».

Stärke am Wohl der Schwachen messen

Die Schweiz sei so zu positionieren, dass sie in der heutigen Welt selbstbewusst bestehe, forderte sie. Nicht vergessen werden dürfe, was «Eidgenossenschaft» bedeute, nämlich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen zu messen. Alle müssten sich engagieren, die Freiheit schützen und die gemeinsame Wohlfahrt fördern.

Angriffig gaben sich SVP-Parteipräsident Toni Brunner und Fulvio Pelli, Präsident der FDP.Die Liberalen. Brunner rief in einem Zeitungsinserat mit dem Titel «Wehrt Euch, Schweizerinnen und Schweizer» die Bürger auf, den Führenden im Staat den Weg zu weisen. Er verbreitete seine Botschaft auch in einem Videofilm auf der Website der SVP und am Abend in einer Rede in Dintikon AG.

Bundesrat und Parlament brächten Schweizer Errungenschaften wie Demokratie, Qualität und wirtschaftlicher Erfolg in Gefahr, stellte Brunner fest. Doch bei aller Arglist der Zeit gebe es noch Hoffnung, denn die gemeinsame Basis sei stark. Das Volk habe die Möglichkeit, Veränderungen an der Urne herbeizuführen.

»Politische Hasardeure»

FDP-Präsident Pelli holte in einem Rundumschlag gegen «politische Hasardeure» aus, die die subtilen Gleichgewichte in der Schweiz bedrohten. Etwa sei das politische Gleichgewicht in Gefahr, wenn die Zauberformel aufgehoben würde.

Kurzfristiger Machthunger werde über das langfristige Wohlergehen der Schweiz gestellt. «Es sind die gleichen Personen, die sich nicht um die subtile Balance der Sprachen und Regionen kümmern, welche kein Problem damit haben, sich einen Bundesrat mit nur einem lateinischen Vertreter vorzustellen», geisselte Pelli die CVP.

Im Parlamentsgebäude herrschte am Freitag reger Betrieb. Mehr als 1500 Personen nutzten die Gelegenheit, sich die Parlamentssäle und - büros zeigen zu lassen und sich in Staatskunde unterweisen zu lassen. Doch auch ein Zauberer, der im Ständeratssaal seine Kunststücke zeigte, vermochte die Besucher zu fesseln. (sda)

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