Aktualisiert 09.11.2014 12:38

ErnährungskommissionSchweizer sollen weniger rotes Fleisch essen

Wer zu viel rotes Fleisch isst, lebt ungesund. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von Ernährungsexperten. Sie fordern ein Umdenken der Essgewohnheiten.

von
bee
Nur zweimal pro Woche sollten rotes Fleisch auf dem Menuplan stehen.

Nur zweimal pro Woche sollten rotes Fleisch auf dem Menuplan stehen.

52 Kilogramm Fleisch essen die Schweizer pro Jahr, 20 davon in Form von Wurstwaren. Das ist im weltweiten Vergleich zwar leicht mehr als durchschnittlich auf die Teller kommt, mit den grössten Fleischkonsumenten kann sich die Schweiz aber bei Weitem nicht messen. Dennoch, für die Eidgenössische Ernährungskommission ist 52 Kilogramm immer noch zu viel: In einem Bericht verlangt sie vom Bund, den Bürgern zu raten, weniger Fleisch zu essen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Wer oft rotes Fleisch isst, dazu zählt etwa Schwein, Rind und Kalb, so die Studie, schadet seiner Gesundheit. Über die Jahre hinweg weisen Fleisch-Tiger, die gerne mal Steaks, Filet und Würste verdrücken, ein um fast 30 Prozent höheres Sterberisiko auf, als jene, die kein oder nur selten Fleisch konsumieren. Krankenheiten wie Krebs, Herzprobleme und Diabetes würden bei regelmässigem Konsum stärker begünstigt. Deshalb empfehlen die Autoren, das Essverhalten zu überdenken und pro Woche nicht mehr als zwei Mahlzeiten mit rotem Fleisch zu geniessen.

Vor allem die Nitrite in Pökelsalz sowie das im Fleisch vorhandene Häm-Eisen würden der Gesundheit schaden, glauben die Forscher. Auch das L-Carnitin, das im Körper in ein arterioskleroseförderndes Aminoxid umgewandelt wird, wirke sich negativ auf den menschlichen Körper aus.

Proteste vom Fleisch-Fachverband

Die betroffene Branche reagiert mit Unverständnis. Dem Bericht fehle jede solide Basis, so der Fleisch-Fachverband. Es werde lediglich eine statistische Beziehung zwischen Fleischkonsum und einzelnen Gesundheitsproblemen belegt, kritisiert Direktor Ruedi Hadorn die Studie in der «NZZ am Sonntag».

Dabei sei völlig offen, wie hoch sich die mutmasslichen Risiken in absoluten Zahlen zeigen würden. «Auf dieser Basis sind die Aussagen wenig abgestützt», so Hadorn zu der Zeitung. Der Verband fordert das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) auf, auf eine Anpassung der Empfehlung zu verzichten. Immerhin habe der Konsum auch positive Seiten: Wer Fleisch isst, nimmt automatisch auch Eisen, Zink, Proteine und wichtige Vitamine zu sich.

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