Aktualisiert 05.05.2015 21:50

Erdbeben in NepalSchweizer spendeten fast 10 Millionen Franken

Die Glückskette sammelte am Dienstag – am Nepal-Solidaritätstag – für die Erdbebenopfer. Das Geld wird in Nothilfe und in Wiederaufbauprojekte fliessen.

von
cho
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Nach dem schweren Erdbeben in Nepal setzen sich die Schweizer für die Opferhilfe ein. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga half beim Spendensammeln und nahm für die Glückskette persönlich Anrufe entgegen.

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal setzen sich die Schweizer für die Opferhilfe ein. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga half beim Spendensammeln und nahm für die Glückskette persönlich Anrufe entgegen.

Keystone/Walter Bieri
Montag, 4. Mai 2015: Funchu Tamang (101) überlebte sieben Tage unter den Trümmern seines Hauses.

Montag, 4. Mai 2015: Funchu Tamang (101) überlebte sieben Tage unter den Trümmern seines Hauses.

AFP/str
Er sei am Knie und der Hand verletzt, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

Er sei am Knie und der Hand verletzt, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

AFP/str

Die Schweiz solidarisiert sich mit den Opfern des Erdbebens von Nepal: An ihrem Sammeltag hat die Glückskette bis Dienstagabend um 21 Uhr fast zehn Millionen Franken Spendenversprechen entgegengenommen.

Zählt man die 6,1 Millionen Franken dazu, die bereits nach dem ersten Spendenaufruf der Glückskette am 25. April für die notleidende Bevölkerung zusammengekommen sind, beläuft sich die Schweizer Hilfe insgesamt auf rund 16 Millionen Franken.

Der Spendenmarathon dauerte offiziell bis Mitternacht. Das Geld wird in Nothilfe und in Wiederaufbauprojekte fliessen.

Spenden von Gemeinden, Firmen und Privaten

Die Einzelspenden hätten sich zwischen zehn, mehreren hundert und einigen tausend Franken belaufen, schrieb die Glückskette. Zahlreiche Gemeinden, Kantone und Unternehmen steuerten mit Spenden in der Höhe von mehreren zehntausend Franken zusätzlich einen grossen Beitrag zum Ergebnis bei.

Eine grössere Einzelspende ging vom Telekomkonzern Swisscom ein. Die Mitarbeitenden spendeten über 100'000 Franken, worauf Swisscom den Betrag verdoppelte und insgesamt der Glückskette 250'000 Franken zusagte, wie das Unternehmen mitteilte.

Sommaruga am Spendentelefon

Rund 500 Personen nahmen in den SRG-Studios in Zürich, Chur, Genf und Lugano für die Glückskette Spendenversprechen entgegen. Prominente Verstärkung erhielten die Freiwilligen von höchster Stelle. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga nahm am frühen Abend bei einem Besuch im Spendenzentrum in Zürich selbst Anrufe entgegen.

Das Schicksal der Menschen in Nepal habe auch die Schweiz stark berührt und bewegt, sagte Sommaruga. «Der Sammeltag der Glückskette beweist, dass bei grossen Katastrophen ein Ruck durch das ganze Land geht und sich die Schweizer Bevölkerung über Alters-, Sprach- und Einkommensgrenzen hinaus solidarisch und grosszügig zeigt.»

Vertrauensbeweis

Ladina Heimgartner, Präsidentin der Stiftung Glückskette, sieht die Spendenbereitschaft der Schweizer Bevölkerung auch als Vertrauensbeweis «in die Glückskette und ihre 14 Partnerorganisationen, welche vor Ort unter schwierigsten Bedingungen Überlebenshilfe leisten».

Die Partnerhilfswerke der Glückskette sind bereits in der vom Erdbeben betroffenen Region aktiv. Sie unterstützen Spitäler mit zusätzlichem Personal und verteilen Lebensmittel, Trinkwasser und Planen an die Betroffenen zur Deckung des dringendsten Bedarfs. Zudem setzen sie sich für den Wiederaufbau von Wasserstellen ein, wie die Glückskette mitteilte.

Beim Erdbeben am 25. April kamen mehr als 7200 Menschen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt. Die Zahl der Opfer dürfte laut den Behörden weiter steigen, da noch nicht alle Regionen erreicht wurden. (cho/sda)

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