Neuer Sender: Schweizer Sportfernsehen mit gutem Start
Aktualisiert

Neuer SenderSchweizer Sportfernsehen mit gutem Start

Seit Mittwoch um 12 Uhr ist das Schweizer Sportfernsehen (SSF) mit eigenem Sendeplatz auf Sendung. 20 Minuten hat reingeschaut.

von
Marcel Allemann

Punkt 12 Uhr begrüsste Programmleiterin Claudia Lässer das Publikum zur ersten Magazin-Sendung von SSF. «Unser Flaggschiff», wie es Lässer bezeichnet. Es kam gut daher – viel besser, als man es dem Low-Budget-Sender insgeheim zugetraut hatte. Lässer entpuppte sich als charmante und wortgewandte Gastgeberin. Das Interview mit dem ersten Gast Bernhard Russi wirkte erfrischend. Auffallend: Bei SSF werden die Gäste, anders als beim Schweizer Fernsehen, geduzt. Lässer dazu: «In der Sportwelt ist man grundsätzlich per du. Deshalb wollen wir das so halten, ausser jemand wünscht es, gesiezt zu werden.» Professionell kamen auch die Beiträge über Leichtathlet Marc Schneeberger und A1-Pilot Neel Jani daher, gut aufbereitet war die Presseschau zu Beginn der Sendung.

Fazit: Es war eine gelungene, dynamische Auftaktsendung, die abgesehen von einer kleinen technischen Panne nach dem ersten Werbeblock keinen provinziellen Touch hatte. Aber lässt sich dieser Standard auch mit ­weniger Vorlaufzeit halten? Lässer: «Davon bin ich überzeugt, denn wir verfügen über ein eingespieltes Kernteam und haben uns mit guten Fernsehleuten verstärkt.» Die wichtigste Frage bleibt aber noch unbeantwortet: Goutiert es der TV-Zuschauer, dass er nun nicht mehr Wimbledon oder Bundesliga auf DSF (das in vielen Regionen seinen Sendeplatz an SSF verlor) gucken kann, sondern stattdessen Triathlon und Handball vorgesetzt bekommt?

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