Aktualisiert 05.05.2015 15:52

Schmierereien in MailandSchweizer Sprayer zu Haftstrafen verurteilt

Die Mailänder Justiz geht härter gegen Sprayer vor: Zwei Schweizer müssen hohe Entschädigungszahlungen und Bussen bezahlen – und allenfalls sogar ihr Auto unfreiwillig verpfänden.

Die 20- und 21-jährigen Graffiti-Sprayer waren am 24. Februar im Mailänder Vorort San Donato von Sicherheitsleuten gefasst worden, als sie eine U-Bahn besprühten. Sie waren Teil einer Sprayer-Gruppe, die auf «Europa-Tournee» war. Andere Stationen ihrer Tour waren Bern, Rom und Barcelona.

Ebenfalls vor Gericht stand ein 25-jähriger Belgier. Die drei jungen Männer wurden wegen «Verunreinigung» und «Störung» verurteilt. Weil sich der Belgier und ein Schweizer bei der Festnahme gewehrt hatten, wurden sie zu 6 Monaten respektive 4 Monaten und 20 Tagen Haft verurteilt; der dritte muss eine Busse von 600 Euro bezahlen.

Die Sprayer müssen zudem den Bahnbetreiber ATM für die Schäden an den Waggons mit 6000 Euro entschädigen. Ein Auto, das bei der Festnahme beschlagnahmt worden war, könnte nun von den Behörden verpfändet werden.

Wegweisend für weitere Urteile

Seit Jahren sind immer mehr Sprayer in Mailand aktiv, viele reisen extra aus dem Ausland in die norditalienische Metropole. Der für den Fall zuständige Staatsanwalt Elio Ramondini hatte vor dem Prozess angekündigt, härter gegen den Sprayer-Tourismus vorgehen zu wollen, und Gefängnisstrafen gefordert, statt wie bisher nur Geldbussen.

Ein Novum ist auch, dass das Gericht einer Entschädigungsforderung stattgab. Das Gerichtsurteil gegen die drei jungen Männer könnte wegweisend für weitere Urteile sein, da weitere vergleichbare Verfahren gegen Sprayer in Mailand laufen. (sda)

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