05.09.2020 16:29

Schockierendes GeständnisSchweizer Stabhochspringerin spricht über ihre Essstörung

Angelica Moser bricht ein Tabu im Spitzensport: Sie, die Jahre des Erfolgs hinter sich hat, redet in einem Interview über ihr gestörtes Essverhalten.

von
Nils Hänggi
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Angelica Moser spricht in einem Interview über ihr gestörtes Essverhalten. 

Angelica Moser spricht in einem Interview über ihr gestörtes Essverhalten.

Foto: Laurent Gillieron (Keystone)
Sie sagt: «In den schlimmsten Zeiten war ich fünf Kilo zu schwer.»

Sie sagt: «In den schlimmsten Zeiten war ich fünf Kilo zu schwer.»

Foto: Cyril Zingaro (Keystone)
Mittlerweile geht es der 22-Jährigen wieder besser. Sie geht in Therapie. 

Mittlerweile geht es der 22-Jährigen wieder besser. Sie geht in Therapie.

Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Darum gehts

  • Angelica Moser ist ein hoffnungsvolles Leichtathletik-Talent.
  • Doch in den letzten Jahren ging es ihr nicht gut.
  • Über die schwierige Zeit spricht sie in einem Interview.

Die 22-jährige Zürcherin spricht offen im Interview mit den Tamedia-Titeln (kostenpflichtig). Sehr offen. Und sie ist ehrlich. Sehr. So bricht Angelica Moser ein Tabu im Spitzensport. Sie, das Talent, das schon in der Juniorenzeit weltweit ungeschlagen bleibt, WM-Titel gewinnt, EM-Titel, Siege in Serie erringt, Höhen überquert, von denen andere träumen, spricht über ihre Essstörung.

Sie erzählt im Interview von einem «extrem unregelmässigen Essverhalten», von «Gewohnheits-Snacking» und auch von «Belohnungsessen». Und sie erzählt davon, dass sie im Laufe der Jahre wohl eine Sucht entwickelt habe, «ich wurde süchtig und zuckerabhängig».

Essanfälle, ohne danach zu erbrechen

Ihr Essverhalten, ihr ungesundes Essverhalten, schlägt sich auch auf ihre Leistungen nieder. Sowohl durch die Hallensaison 2016/17 wie auch 2017/18 kämpft sie sich mit ungenügenden Resultaten. «In den schlimmsten Zeiten war ich fünf Kilo zu schwer», sagt sie. Sich Hilfe holen, das wollte Moser aber nicht. «Ich habe gefunden, dass mein Gewicht niemanden etwas angeht», sagt die 22-Jährige im Interview.

Erst im April dieses Jahres vertraut sich Moser ihrer Schwester an, dann ihrem Vater. Schliesslich ihrer Mutter. Sie will sich Hilfe holen, das Problem lösen. Und das macht sie – offensiv. Zusammen mit der Mutter sucht sie nach einer Therapie für Menschen mit gestörtem Essverhalten, zugeschnitten auf Spitzensportler. In dieser erfährt sie, was sie hat. Sie leidet unter einer «Binge-Eating-Störung». Sie hat Essanfälle, ohne danach zu erbrechen.

Mittlerweile geht Moser seit vier Monaten in Therapie. Ihr geht es besser. «Endlich fühle ich mich wohl in meinem Körper», sagt sie. Auch glaubt sie, dass sie ihr Verhalten dank den Therapiegesprächen nun im Griff und die Störung sogar überwunden hat.

Der gesamte Text über Angelica Moser ist hier (kostenpflichtig) zu lesen.

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